Advent Oberhofen: Anklage gegen Weihnachtsbotschaft

Einen Streit zwischen Licht und Dunkel erlebten hunderte von Besuchern beim Weihnachtspopratorium  zugunsten der NWZ-Aktion „Gute Taten“ in der Oberhofenkirche.
Einen Streit zwischen Licht und Dunkel erlebten hunderte von Besuchern beim Weihnachtspopratorium  zugunsten der NWZ-Aktion „Gute Taten“ in der Oberhofenkirche. © Foto: Giacinto Carlucci
Göppingen / Lilli Ell 04.12.2018

Zum 1. Advent führte Kirchenmusikdirektor Gerald Buß mit Joyful-Voices und Band sowie Solisten unter der Regie von Birgit Schuck das Weihnachtspopratorium „Licht im Dunkel“ von Gerhard Schnitter in der vollbesetzten Oberhofenkirche in Göppingen auf.

Unsere Welt und der Glaube an einen Erlöser standen hierbei im Kontrast. Der Anwalt des Lichts, gesprochen von Uwe Franke, und sein Mandant, von Rainer Hasert gesungen, liegt im Widerstreit mit dem Anwalt der Finsternis (Anna-Elea Weber), der mit seinem Mandanten (Stefan Renfftlen) den Frieden mit heutigen Fragestellungen stören wollte. Der Rahmen der Handlung glich einer Gerichtsverhandlung mit dem Chor als Geschworenen. Ansonsten folgte der Text der Auseinandersetzung mit Weihnachten und dem Glauben. Musikalisch ist „Licht im Dunkel“ eine Art Weihnachtsoratorium, poppig und rhythmisch moderne Musikstile verbindend.

Das Hauptargument des Anwalts der Finsternis war, dass sich trotz Glaube, Fortschritt und Technik an den Problemen der Menschen seit 2000 Jahren nichts geändert habe. Kriege, Hass, Feindschaft und Hunger auf der Welt seien nach wie vor präsent, Weihnachten sei nur Betrug, trug der Mandant der Finsternis vor, es müsse gestoppt werden. Es gebe keinen Grund, an einen Gott zu glauben. Die Gegenseite versuchte dagegen mit biblischen Worten und den alten Liedern zu punkten. Es wurde die Ankunft des Erlösers besungen. Indes spielte der Chor die Hauptrolle, engagiert und mit sichtbarer Freude wurden die ineinander verschachtelten Lieder dargeboten. Fein abgestimmte Kontraste machten auch hier den Reiz aus, einmal war die Stimmung eher meditativ ruhig, dann wieder auftrumpfend, rhythmisch herausfordernd im Kontrast dazu. Argiri Dilma sowie Joseph Pscheidt setzten farbige Akzente in feiner Abstimmung mit dem Chor. Bekanntes, wie „O du fröhliche“ oder „Tochter Zion“, erklangen eindringlich, weil sie in einem einfachen Duktus gesungen wurden.

Der Chor überzeugte mit den unterschiedlichen Stilen der Lieder, die von klassischen bis zu jazzigen und rap-artigen Nummern reichten. Die Band, mit Ulrich Ludmann am Piano, Andreas Zanker an der Gitarre, Gabriel Pscheidt am Bass, Aaron Buß an den Percussions und Dominik Pscheidt an den Drums, ergänzte Chor und Solisten und begleitete mit Engagement und Spielfreude.

Kirchenmusikdirektor Gerald Buß dirigierte anspornend, führte alle Ausführenden sicher und konnte seine Interpretation des Werks deutlich machen. Vor dem letzten Choreinsatz, der das ganze Geschehen mit einer Liedstrophe von Martin Luther zum positiven Abschluss brachte, verließen die Ankläger der Weihnachtsbotschaft, die Bühne. Großer Beifall war der Lohn für diese gelungene Einstimmung auf die Adventszeit. Lilli Ell

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