Wird der Göppinger Oberbürgermeister Guido Till für eine dritte Amtszeit kandidieren? Seit 2005 ist der gebürtige Rheinländer Rathauschef in der Hohenstaufenstadt, bisher hat sich der 64-Jährige bedeckt gehalten, was seine Ambitionen betrifft. Erst am Freitag, 10. Januar, will Till das Geheimnis lüften: Beim Neujahrsempfang der Stadt um 18 Uhr in der Göppinger Stadthalle will der CDU-Politiker in seiner Ansprache mitteilen, ob er als OB weitermachen möchte.

Bisher keine Gegenkandidaten bekannt

Von möglichen Gegenkandidaten Tills ist bislang nichts bekannt. Potenzielle Interessenten werden sich erst nach Tills öffentlicher Erklärung aus der Deckung wagen. Allerdings gibt es bereits Signale aus dem Gemeinderat. Vor allem bei den Grünen, die seit der Kommunalwahl im vergangenen Mai die stärkste Fraktion im Stadtparlament stellen, wird damit gerechnet, dass sie in Göppingen auf jeden Fall eine OB-Kandidatin oder einen OB-Kandidaten ins Rennen schicken.

Guido Till seit 2004 im Amt

Guido Till hatte 2004 – damals war er noch SPD-Mitglied – gegen Amtsinhaber Reinhard Frank (CDU) im ersten Wahlgang mit 50,7 Prozent der Stimmen gewonnen. 2012 wurde Till  – bei fünf Gegenkandidaten – mit 61,9 Prozent wiedergewählt. Von Tills Konkurrenten schnitt Christoph Weber, damals und heute Fraktionsvorsitzender der Grünen im Gemeinderat, mit 14,2 Prozent am besten ab.

Entscheidung in Heiningen und Bad Boll

Im Voralbgebiet bringt das neue Jahr Entscheidungen für die beiden größten Gemeinden, Heiningen und Bad Boll. In beiden stehen Bürgermeisterwahlen an. Den Anfang macht Heiningen: Dort wird am 2. Februar gewählt. Bürgermeister Norbert Aufrecht geht ins Rennen um eine dritte Amtszeit. Er ist seit 16 Jahren Rathauschef und setzte sich seinerzeit gegen Marius Hick durch, als es um die Nachfolge von Martin Weissbrodt ging, der nach Bad Säckingen wechselte. Die beiden Konkurrenten von damals sind heute Amtskollegen. Hick ist Bürgermeister in Gingen und auch schon in seiner zweiten Amtszeit.

Die endet jetzt für Norbert Aufrecht. Bei seiner Wiederwahl vor acht Jahren war der Rathauschef konkurrenzlos. Er wusste das zu schätzen, weil das heutzutage nicht mehr selbstverständlich sei, sagte er damals. Jetzt will er es zum dritten Mal wissen, weil er mit Leidenschaft weitermachen möchte. Er habe Spaß am Amt und auch nicht das Gefühl, dass die Heininger Bevölkerung nach einem Wechsel schreit. Mit 58 Jahren fühle er sich auch noch zu jung zum Aufhören.

Hans-Rudi Bührle seit 23 Jahren Bürgermeister

In Bad Boll ist Hans-Rudi Bührle seit 23 Jahren Bürgermeister und der Wahltag liegt noch in einiger Ferne. Der wird in den Herbst fallen, festgelegt ist er noch nicht. Bührle hat sich noch nicht erklärt, ob er wieder antritt.  Der 56-Jährige war bei der Wahl vor acht Jahren unangefochten. Bei der ersten Wiederwahl aber schon. Damals musste Bührle um sein Amt kämpfen, siegte dann aber klar mit 60 Prozent gegen Herausforderer Heinrich Götz, der später Bürgermeister in Haigerloch wurde. Bührle ist auch Mitglied des Kreistags, einer von gleich drei Bad Boller Kreisräten, sowie Vorsitzender des Kreisverbands der Freien Wähler.

Wahl in Gruibingen am 3. Mai

Auch in Gruibingen ist dieses Jahr Bürgermeisterwahl, und Amtsinhaber Roland Schweikert stellt sich erneut dem Votum: Er bewirbt sich um eine vierte Amtszeit. Der 55-Jährige ist seit 24 Jahren Rathauschef der 2200-Einwohner-Gemeinde am Albtrauf und will sie weiter voranbringen. Vor acht Jahren hatte er gleich zwei Gegenkandidaten, setzte sich dann aber klar mit 62,4 Prozent durch. Herausforderer Ludwig Kraus, Polizeibeamter und Ortsvorsteher von Aufhausen, holte damals 30,8 Prozent. Gewählt wird am 3. Mai. Der Gemeinderat hat Schweikert schon mal keine Steine in den Weg gelegt und den Zusatz in der Stellenausschreibung gebilligt, dass sich der Amtsinhaber wieder bewirbt. Auch bei der aktuellen Stellenausschreibung in Heiningen war das der Fall.

Kandidaturen für Lorcher Rathaus

Mit Interesse wird in Göppingen und im Schurwald auch die Bürgermeisterwahl in Lorch am 16. Februar verfolgt werden, denn auch zwei Kandidaten aus dem Kreis Göppingen haben dort ihren Hut in den Ring geworfen: der 38-jährige Björn Schmid aus Salach und die 28-jährige Marita Funk aus Bartenbach. Beide Bewerber sind vom Fach: Schmid arbeitet aktuell bei der Stadt Göppingen im Bereich Stadtentwicklung und Baurecht, Funk ist Hauptamtsleiterin in der Gemeinde Wäschenbeuren.