Trotz des Schneefalls waren am Freitagabend viele Gäste zum Neujahrsempfang der Stadt Göppingen in die Stadthalle gekommen. Sie füllten beide Säle, wo sie Musikstücke des Städtischen Blasorchesters, die traditionelle Rede des Oberbürgermeisters und ein anschließender Stehempfang erwartete. In einer Laudatio auf die Stadt hob OB Guido Till die Stärken „vielfältig, lebenswert, liebenswert und dynamisch“ hervor. Er forderte die Zuhörer auf, auch mit Stolz darüber zu reden.

In fünf Themenbereiche hatte Till nach einer langen Begrüßungsliste von Ehrengästen seine Festrede gegliedert: Vielfalt in Göppingen, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, gesunde Wirtschaftsunternehmen und attraktive Arbeitsplätze, Wohlfühlangebote in Kultur und Sport und Stadtbild mit innerstädtischer Aufenthaltsqualität. Er zitierte Papst Franziskus mit den Worten, dass Verschiedenheit ein Reichtum und eben keine Gefahr sei. „Ohne unsere Migrantenfamilien hätten wir unseren Wohlstand nicht erarbeiten können“, so Till. 120 Nationen, 85 Sprachen, neun Religionen zeugten von gelebtem Respekt und traditionell hoher Toleranz.

Eine flexible Kinderbetreuung mit vorbildlicher Kita-Struktur seien Voraussetzungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, so dass Paare sich für ihre Aufgabenverteilung entscheiden könnten. Die Qualität der Schulen und Hochschulen wurde gestreift, während sich Till für Qualität wie Sprachförderung anstatt für eine generelle Gebührenfreiheit stark machte. Er nannte den Zuwachs von 6000 neuen Arbeitsplätzen innerhalb der letzten fünfzehn Jahre und bezeichnete die Stadt mit der Kunsthalle als eine „Kultur- und Bildungsstadt“ mit einem reichen Konzert-, Theater- und Sportangebot.

Laufende Projekte wie das Städtische Verwaltungszentrum und der Bahnhofsvorplatz sowie angepeilte Zukunftsprojekte wie die Generalsanierung des denkmalgeschützten Hohenstaufen-Gymnasiums wurden vorgestellt. Ob eine Stadt lebenswert sei, könne man daran sehen, wie viele Kinder und alte Menschen in einer Stadt unterwegs seien. „Heimat ist der Ort, den wir als Gemeinschaft erst schaffen“. Mit diesem Zitat des amtierenden Bundespräsidenten fasste der OB seine Botschaft zusammen, bevor er dem neuen hauptamtlichen Feuerwehrkommandanten eine „symbolische“ Urkunde überreichte. Er dankte allen Engagierten und Ehrenamtlichen in der Kommunalpolitik und rief die Bürgerinnen und Bürger dazu auf, sich am 26. Mai an den Kommunalwahlen zu beteiligen.

Das Städtische Blasorchester unter Leitung von Martina Rimmele hatte den Neujahrsempfang mit festlicher Musik und mit zwei Märschen - dem Concert March „Arsenal“ des zeitgenössischen  Jan Van der Roost aus Belgien und dem „Florentiner Marsch“ des tschechischen Komponisten Julius Fucik – glanzvoll umrahmt. Und auch die Zugabe, der 1848 in Wien uraufgeführte Radetzky-Marsch von Johann Strauss (Vater), durfte nicht fehlen, bevor es zum Stehempfang ging.