Göppingen OB Guido Till ist Hauptredner bei Müll-Demo

Eine Demonstration in Göppingen richtet sich gegen mehr Müllverbrennung im Müllheizkraftwerk.
Eine Demonstration in Göppingen richtet sich gegen mehr Müllverbrennung im Müllheizkraftwerk. © Foto: Giacinto Carlucci
Göppingen / Dirk Hülser 04.10.2018
Ein breites Bündnis aus nahezu allen Parteien wendet sich auf dem Marktplatz gegen die Müllpolitik des Landkreises.

„Fünf vor zwölf – uns stinkt’s“: Unter diesem Motto findet am 12. Oktober ab 11.55 Uhr auf dem Göppinger Marktplatz eine Demonstration gegen die Vertragsverlängerung mit dem Betreiber des Müllheizkraftwerks und eine damit verbundene Durchsatzerhöhung statt. Um 14 Uhr tritt am selben Tag der Kreistag auf Schloss Filseck zusammen, um über das Thema zu entscheiden. Zur Kundgebung aufgerufen haben Stadt- und Kreisrat Christian Stähle sowie der Arzt Dr. André Bönsch, der am Bürgerinformationsprozess des Landkreises teilgenommen hat und die Entwicklung kritisch sieht.

Der Linken-Politiker Stähle hat ein parteiübergreifendes Bündnis geschmiedet und Vertreter aller im Gemeinderat und Kreistag vertretenen Parteien – außer der SPD – werden auf der Kundgebung sprechen. Hier lässt besonders der Name Guido Till (CDU) aufhorchen. Der Göppinger Oberbürgermeister ist zwar ein ausgewiesener Kritiker der Vertragsverlängerung, er spricht sich für eine Rückführung des Müllheizkraftwerks in die öffentliche Hand aus. Aber noch vor wenigen Monaten wäre es undenkbar gewesen, dass der Christdemokrat gemeinsam mit seinem linken Intimfeind demonstriert. Im Mai schlossen die beiden Kontrahenten aber öffentlich Frieden.

Neben Till und Bönsch sind als Redner angekündigt der CDU-Fraktionsvorsitzende im Gemeinderat, Felix Gerber, dessen Amtskollege von den Freien Wählern Göppingen, Dr. Emil Frick, FDP/FW-Fraktionsvorsitzender Klaus Rollmann oder Vertreterin Susanne Weiß. Auch der stellvertretende Vorsitzende der Linke/Piraten-Fraktion, Michael Freche, wird sprechen. Der Grüne-Landtagsabgeordnete und Stadtrat  Alexander Maier ist am 12. Oktober verhindert, die Suche nach einem Vertreter läuft aber.

Stähle betont ausdrücklich, dass die Demo nichts mit der Linken zu tun habe: Ihm sei wichtig klarzustellen, dass es ihm nicht darum gehe, „meine Partei in einem guten Licht bei der Bevölkerung bezüglich meiner Ablehnung der Pläne der Kreisverwaltung für das Müllheizkraftwerk darzustellen“. Im Aufruf zur Demonstration schreibt Stähle weiter: „Die Ignoranz einer momentanen Mehrheit der Politikerinnen und Politiker im Kreistag ist unerträglich. Besonders schlimm sind hierbei Kolleginnen und Kollegen, die ihre Meinung schneller ändern als der tägliche Unterwäschewechsel.“ Stähle befürchtet einen „massiven Schaden für die Demokratie“.

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