Tourismus Nur ein Hostel fehlt in Gmünd noch

Schwäbisch Gmünd / KUNO STAUDENMAIER 31.01.2017

Die Stauferstadt spielt jetzt in der Regionalliga. Nicht im Fußball, sondern im Tourismus. Davon ist Markus Herrmann, Chef der Touristik- und Marketing GmbH, überzeugt. Die Landesgartenschau hat Schwäbisch Gmünd einen Schub gegeben. Investoren denken ähnlich und investieren in neue Hotels. Im Juni eröffnet das Hotel am Remspark mit weiteren 200 Betten. Möglich, dass schon im Sommer der Erweiterungsbau des Einhorn-Hotels startet. Das bringt Schwäbisch Gmünd zusätzliche 140 Betten.

„Darauf haben wir lange gewartet“, sagt der Geschäftsführer des Congress Centrums Stadtgarten, Wolfram Hub. Fehlende Hotelkapazitäten haben ihm in den vergangenen Jahren das Geschäft erschwert. „Früher war es noch möglich, dass Kongressteilnehmer Hotels in Nachbarstädten gebucht haben, diese Bereitschaft gibt es heute nicht mehr.“ Tagungsgäste wollten vielmehr in unmittelbarer Umgebung übernachten.

„Durch die jüngste Erweiterung des Hotels Fortuna und den Neubau am Remspark sind wir jetzt richtig gut aufgestellt.“ Schwäbisch Gmünd könne jetzt ganz vorne mitspielen, wenn in der Kongressregion Stuttgart die Termine verteilt werden. Elf Hallen rund um Stuttgart teilen sich das Geschäft, „die Anforderungen sind hoch, da spielen keine Turnhallen mit“, so Hub.

Nicht nur glücklich über die neue Situation ist Hans-Joachim Neveling aus Reutlingen, Chef der Fortuna-Hotels. Er erwartet vom neuen Hotel in der Nachbarschaft keine Synergieeffekte. „Der Spruch ‘Konkurrenz belebt das Geschäft’ trifft in der Hotelbranche nicht zu. Da wird jeder Einbußen hinnehmen müssen.“ Neveling sieht die Entwicklung großräumig. „In der Region um Stuttgart entstehen zurzeit acht neue Hotels“, sagt er.

Tatsache ist, dass Schwäbisch Gmünd einen deutlichen Zuwachs an Übernachtungsgästen hat. Herrmann: „2016 waren es 170 000.“ Die Zahl verteilt sich auf 22 Beherbergungsbetriebe im Stadtgebiet mit rund 2000 Schlafgelegenheiten. Bei insgesamt 600 000 Übernachtungen im ganzen Ostalbkreis spiele Gmünd eine deutliche Rolle. Das neue Hotel und die mögliche Hotelerweiterung dürfte nach Einschätzung Herrmanns die Übernachtungszahlen weiter nach oben bringen. „Es gibt Nachfrage aus der Region Stuttgart, Schwäbisch Gmünd liege mit der vierspurigen B29 außerordentlich günstig.“ Das Hotelangebot verbessert sich deutlich.„Der Tourismus in Baden-Württemberg wächst im vierten Jahr nacheinander. Vergangenes Jahr gab es ein Plus von drei Prozent“, so Herrmann. Inzwischen seien im Tourismus im Land mehr Menschen beschäftigt als in der Automobilindustrie.Der T&M-Chef hat dennoch Wünsche offen. „Wir könnten schon noch ein preisgünstiges Angebot für junge Leute oder Familien brauchen.“ So ein Hostel war im Bifora-Gebäude geplant. Daraus wird nun aber nichts.

Um Hotels weitere Gäste zu bescheren, brauche Schwäbisch Gmünd auch noch ein ordentliches Wellnessangebot. „Am Neubau eines Hallenbads mit hochwertiger Wellness-Abteilung führt kein Weg vorbei“, meint Herrmann. Hans-Joachim Neveling wird das gerne hören. Er wünscht sich, „dass noch mehr touristische Pakete geschnürt werden, um die Hotels zu beleben“. Die schafft sich das Christliche Gästehaus Schönblick selbst. Dort finden rund ums Jahr Seminare für Gäste aus ganz Deutschland und dem Ausland statt. Veranstaltungsmanager Volker Trautmann: „Wir leben nicht von der Klientel, die in Gmünder Hotels unterwegs ist.“Mit 71 000 Übernachtungen ist das Christliche Gästehaus Schönblick in Gmünd größter Beherbergungsbetrieb in Ostwürttemberg. Jüngst hat das Gästehaus Schönblick auch die Gasträume in der „Krone“ Wetzgau ange­mietet.

Kapazitäten in der Innenstadt und im Schönblick

Fortuna: 172 Zimmer mit 255 Betten.
Hirzel: 9 Zimmer mit 18 Betten.
Remspark: (ab Juni): 107 Zimmer mit 200 Betten.
Pelikan: 63 Zimmer mit 83 Betten.
Patrizier: 26 Betten.
Einhorn (aktuell):18 Zimmer mit 32 Betten. Option auf Erweiterung: 59 Zimmer, 140 Betten.
Schönblick: Gästehaus 120 Betten, Seminarhaus 420 Betten. „Krone“: 46 Betten.

Bettenzahl gesamt:
Innenstadt 1200
Gesamtstadt 2000
Aalen Kernstadt 744
Göppingen 200 Betten, ab Februar mit neuem Hotel am Kornhausplatz: 86 Zimmer mit bis zu 170 Betten.

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