Kreis Göppingen Norbert Necker genießt es, keinen Chef mehr zu haben

Norbert Necker fühlt sich noch aktiv und hat den Willen, etwas zu verändern beziehungsweise zu verbessern.
Norbert Necker fühlt sich noch aktiv und hat den Willen, etwas zu verändern beziehungsweise zu verbessern. © Foto: Annerose Fischer-Bucher
Kreis Göppingen / ANNEROSE FISCHER-BUCHER 15.12.2014
In einer Veranstaltungsreihe beschäftigen sich Gesundheitsamt, Kreisseniorenrat und NWZ mit dem Thema Alter. Begleitet wird die Reihe von Interviews. Heute sprechen wir mit Norbert Necker.

Fühlen Sie sich alt oder jung?

NORBERT NECKER: Ich fühle mich schon noch aktiv und habe den Willen, etwas zu verändern beziehungsweise zu verbessern.

Haben Sie etwas getan, um im Alter geistig und körperlich fit zu bleiben?

NECKER: Die Aufgaben und Anforderungen als Vorsitzender der Seniorengemeinschaft Obere Fils (Segofils) halten mich fit und geistig rege. Ich mache seit 30 Jahren Sport, nämlich Tennis und Tischtennis in einer Mannschaft.

Hat sich am Altersbild Ihrer Meinung nach etwas geändert zu früher?

NECKER: Die Menschen sind länger fit als früher und unternehmenslustiger. Sie leben auch gesundheitsbewusster. Nur ein Drittel der über 80-Jährigen ist pflegebedürftig. Früher war man mit 70 bereits ein Greis, wenn man überhaupt so alt wurde.

Wie haben Sie in Ihrem Ehrenamt bei der "Segofils" mit dem Alter zu tun?

NECKER: Es sind eigentlich drei Dinge. Die Hilfen unserer Einrichtung werden von mir organisiert, indem der Einsatz der Helfer - noch fitte junge Seniorinnen und Senioren - koordiniert wird, die mit ihren Hilfen eine sinnvolle Lebensaufgabe erhalten und eine geringfügige Vergütung zu ihrer zum Teil sehr niederen Rente. Die jüngeren Senioren helfen Älteren. Und wir erfüllen tagtäglich die Hilfeanforderungen unserer Leistungsnehmer. Im Moment haben wir 320 Mitglieder mit steigender Tendenz.

Was schätzen Sie an Ihrer Arbeit?

NECKER: Dass der Erfolg sich einstellt und dass die Leute, denen geholfen wird, unheimlich dankbar sind. Wir machen die Hilfen seit 2011 in sieben Gemeinden des Oberen Filstals.

Welche Angebote außer den Hilfsdiensten gibt es noch?

NECKER: Wir organisieren Informationsabende und Fortbildungen wie Computer- oder Erste-Hilfe-Kurse für Ältere und bieten Veranstaltungen an als Maßnahme gegen das Alleinsein. So hatten wir beispielsweise jüngst eine Veranstaltung mit 250 Teilnehmern, bei der wir diejenigen, die es benötigt haben, mit einem Fahrdienst abgeholt und zurückgebracht haben.

Was ist für Sie schön am Alter ?

NECKER: Auf jeden Fall eine relativ hohe Unabhängigkeit und keine Chefs mehr über sich. Man braucht sich nicht zu verbiegen und man kann seine Zeit frei einteilen.

Zur Person 

Norbert Necker, 70 Jahre alt, geboren im Warthegau, wohnt seit 1974 in Deggingen und war vor seiner Pensionierung Schulleiter der Grundschule in Bad Überkingen. Er ist Vorsitzender der Seniorengemeinschaft Obere Fils (Segofils), die er gegründet hat. In seiner Freizeit macht er viel Sport und spielt Gitarre. Er ist Buchautor über Senioren mit teils satirischen und teils besinnlichen Texten: "Wenn's Abenteuer Alter naht ...".