Göppingen Neujahrskonzert in der Stiftskirche bietet glanzvollen Auftakt in 2016

Beim Neujahrskonzert in der Stiftskirche Faurndau musizierten Vokalsolisten, der Kammerchor Capella Nova und das Orchester Nota Cambiata.
Beim Neujahrskonzert in der Stiftskirche Faurndau musizierten Vokalsolisten, der Kammerchor Capella Nova und das Orchester Nota Cambiata. © Foto: Giacinto Carlucci
Göppingen / ANNEROSE FISCHER-BUCHER 04.01.2016
Der Kammerchor Capella Nova, das Kammerorchester Nota Cambiata und ein Solisten-Quartett haben am Neujahrstag in Faurndau musiziert.

Von einem Mozart kann man nie genug bekommen. Das dachten sich wohl die Zuhörer in der voll besetzten Faurndauer Stiftskirche am Neujahrsabend, als sie drei Werke von Wolfgang Amadeus Mozart hören wollten: Die "Vesperae solemnes de Domenica" (KV 321), die Solokantate "Exsultate, jubilate" (KV 165) und die "Krönungsmesse" (KV 317). Und sie sollten nicht enttäuscht werden.

Die Mehrzahl seiner kirchenmusikalischen Werke hat Mozart in seinen Salzburger Jahren geschrieben und sie sind von einem unerschöpflichen melodischen Reichtum und Glanz und atmen doch die Strenge einer Bachschen Polyphonie. Unter der Leitung von Gerald Buß musizierten der Kammerchor Capella Nova und das Kammerorchester Nota Cambiata textsicher in insgesamt flüssigen Tempi, mit klaren Konturen und zum Ende der Messe hin immer glanzvoller.

Besonders der Chor, der zunächst eine etwas verhaltene Tongebung hatte, steigerte sich nach dem 3. Psalm zu einem runden, homogenen und höchst präsenten Gesamtklang. Nur die Männerstimmen hätte man sich zu Beginn etwas geführter gewünscht. Das Orchester - die Leistung der Trompeten, Pauken und der Orgel ist besonders zu erwähnen - hatte keinen leichten Part, verlangt Mozart den Streichern doch technisch einiges ab. Das Orchester meisterte seinen Part besonders in der Krönungsmesse sehr ansprechend und war auch den Solisten ein differenzierter Partner. Gerald Buß hatte seine Musiker bestens vorbereitet und sie in eine stringente Interpretation aller drei Werke geführt. Die Vesper als liturgischen Abendgesang gibt es in ihrer mehrstimmigen Form bereits seit dem 15. Jahrhundert. Sie wurde öffentlich gefeiert (solemnis) und Mozart hat sie in seinem Opus 321 entsprechend der Tradition mit fünf Psalmen und einem anschließenden Magnificat, dem Lobgesang Marias, ebenfalls mehrstimmig vertont. Beim "Laudate Pueri" glänzten die Fugeneinsätze der Chorstimmen. Das "Laudate Dominum" führte durch die Solistenpartie von Gundula Peyerl bereits auf die anschließende Kantate hin.

Die Solokantate "Exsultate, jubilate" eines lateinischen geistlichen Textes mit zwei Arien, einem Rezitativ und einem abschließenden Halleluja stellte in den Koloraturen hohe Anforderungen, die Gundula Peyerl bravourös und stilsicher sang. Viel Vibrato bei ruhigeren Passagen führte jedoch manchmal zu einer ungenauen Tongebung. In der Krönungsmesse war die Sopranistin beim "Benedictus" und "Agnus Dei" besonders gefragt.

Das gesamte Solistenquartett mit Sibylle Kamphues (Alt), Hans-Jörg Mammel (Tenor), und Marek Reichert (Bass) fiel durch einen runden schönen Gesamtklang auf. Allerdings wäre beim "Benedictus" ein mehr dem Text entsprechendes "sotto voce", eine abgedunkelte dynamische Zurückhaltung, gefragt gewesen. Diese zelebrierte der Chor beim "Dona nobis pacem" exzellent, nachdem er im "Credo" zuvor mit glänzenden Passagen aufgewartet hatte. Viel Beifall der Zuhörer nach einem insgesamt höchst stil- und glanzvollen musikalischen Einstieg ins neue Jahr.

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