Porträt Neuer Pfarrer Stefan Pappelau tritt seinen Dienst an

Stefan Pappelau ist in Göppingen angekommen und freut sich auf neue Arbeitsfelder. Er lernt gerade die Gemeinde nach und nach kennen, sagt der Pfarrer, der seinen Beginn als schön erlebt hat.
Stefan Pappelau ist in Göppingen angekommen und freut sich auf neue Arbeitsfelder. Er lernt gerade die Gemeinde nach und nach kennen, sagt der Pfarrer, der seinen Beginn als schön erlebt hat. © Foto: Giacinto Carlucci
Göppingen / Annerose Fischer-Bucher 06.12.2018
Stefan Pappelau ist neuer katholischer Pfarrer von St. Maria und Christkönig und damit für 6500 Katholiken zuständig. Er verortet sich zwischen Tradition und Moderne.

Immerhin besitze er eine Modelleisenbahn von Märklin, ansonsten habe er von Göppingen nicht viel gewusst, als er sich um die Stelle beworben habe, sagt der neue Pfarrer der katholischen Seelsorgeeinheit Sankt Maria und Christkönig, Stefan Pappelau. Er ist Nachfolger von Pfarrer Markus Rometsch, der nach nur drei Jahren nach Welzheim/Rudersberg gewechselt hat. „Ich will in die Zukunft blicken und nicht nach rückwärts“, sagt der 45-jährige Pappelau, der am 18. November seine hiesige Investitur in Sankt Maria feierte.

In Biberach geboren und aufgewachsen, war er 14 Jahre Pfarrer in Mochenwangen, einer 3000-Einwohner-Gemeinde nahe Ravensburg. Er habe eine neue Herausforderung gesucht und sich dann für Göppingen und nicht für die andere Möglichkeit nahe seiner Heimat entschieden. Es sei eine gute Gepflogenheit in der Diözese Rottenburg-Stuttgart, nach etwa 15 Jahren zu wechseln, weil das sowohl der Gemeinde als auch dem Pfarrer gut tue, ist er überzeugt.

Berufswunsch hat sich schon im Jugendalter angebahnt

Pappelau antwortet auf die Frage, wie er zum Priesterberuf gekommen sei, dass sich das schon als Jugendlicher angebahnt habe. Da hatte er schon den Wunsch, in den kirchlichen Dienst zu gehen. Sein Vorbild sei ein Pfarrer gewesen, als er gedacht habe, so wie der möchte ich es auch machen. Dieser Pfarrer war dann auch sein Primiz-Prediger.

Nach dem Abitur hat Pappelau in Tübingen und Wien Theologie studiert und mit dem kirchlichen Diplom, das staatlich anerkannt ist, abgeschlossen. Nach dem Diakonat in Ditzingen folgte im Jahr 2000 die Priesterweihe und das anschließende Vikariat in Friedrichshafen und Horb, bevor er die Pfarrstelle 2004 in Mochenwangen antrat. Er freue sich in Göppingen auf neue Arbeitsfelder, die man in einer Stadt – er ist jetzt für 6500 Katholiken zuständig – jedoch nicht in einer kleinen Gemeinde machen könne. Seelsorge bedeutet für ihn, dass „die Mühseligen und Beladenen“ kommen können und Rat, Trost oder Hilfe erhalten, entweder aus einer persönlichen Beziehung heraus oder quasi anonymisiert als „Laufkundschaft“. Zur Ökumene sagt Pappelau, dass er schon erste Kontakte zum nächst wohnenden evangelischen Pfarrer geknüpft habe.

Bei der Frage nach dem Zölibat findet er die Lösung der Orthodoxen interessant, wo sich Pfarrer zu Beginn ihrer Tätigkeit entscheiden, ob sie ehelos leben wollen oder nicht. Die beiden Arten von Pfarrern ergäben einfach verschiedene Profile und es rede sich vielleicht als Ehepaar leichter mit einem verheirateten Pfarrer als mit einem unverheirateten, sagt Pappelau, der sich selbst zwischen Tradition und Moderne verortet.

„Es ist eine Kunst, hier auch in der Gestaltung der Liturgie eine Balance zu finden“, sagt er zu seinem „persönlichen Steckenpferd“. Gerade an Weihnachten, an dem Menschen nur einmal pro Jahr zur Kirche gingen, „muss der Funke überspringen“. Wie ein Orchester müssten hier alle zusammenwirken und jeder seinen Part an der richtigen Stelle gestalten, sagt Pappelau, wozu es eine Konzeption und eine Choreographie brauche. Der Musik weist er hier eine dienende und herausarbeitende Funktion zu, die Liturgie „in Szene zu setzen“.

Da er mit 16 Jahren anfing, Orgel zu spielen und Organistendienst gemacht hat, kennt er auch die Organistenperspektive. Das Orgelspiel gehört daher auch heute noch zu seinen Hobbys ebenso wie sportliche Aktivitäten im Fitness-Studio.

Er freue sich auf seine Aufgabe und lerne gerade die Gemeinde nach und nach kennen, sagt Pappelau, der seinen Beginn als schön erlebt hat. „Die Leute haben sich mit viel Wohlwollen ins Zeug gelegt und haben Hoffnung auf Zukunft.“

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