„Wir machen jetzt das Fein-Tuning, um den Betrieb in der EWS-Arena zu optimieren.“ Oberbürgermeister Guido Till musste im Gemeinderat keine Überzeugungsarbeit leisten. Einstimmig beschlossen die Stadträte, die 2009 nach dem Umbau von der Hohenstaufenhalle zur EWS-Arena eröffnete Veranstaltungsstätte mit einer neuen Technik nachzurüsten.

Es ist geplant, die alte Beleuchtung („Fernsehbeleuchtung“ und Leuchtstoffröhren) durch LED-Technik zu ersetzen. Nach einer Berechnung des Büros Elektroplan refinanziert sich die Investition von 303.000 Euro nach dreizehneinhalb Jahren durch die Einsparungen bei den Energie- und Wartungskosten. Außerdem erwartet die Stadt einen Zuschuss aus dem Förderprogramm „Klimaschutz-Plus“ in Höhe von 25 Prozent der Gesamtkosten. Im August soll der Antrag gestellt werden, mit einem Bescheid könne im November gerechnet werden, heißt es im Rathaus. Der Austausch der Beleuchtung ist für die Sommerpause 2017 geplant.

Darüber hinaus soll die Arena für 56.000 Euro eine neue Traversenkonstruktion bekommen, an der die Veranstaltungstechnik befestigt werden kann. Bisher muss, wenn bei Veranstaltungen die Bühne im Westen steht, wegen der geringen Zahl von Aufhängepunkten unter dem Dach eine spezielle Gerüstkonstruktion auf dem Hallenboden erstellt werden. Das verursacht nach Angaben der Stadtverwaltung bei jeder dieser Veranstaltungen (drei bis vier pro Jahr) Kosten von rund 4000 Euro. Auch hier ist eine Refinanzierung vorgesehen: Die Betriebsgesellschaft der Arena überweist die Nutzungsgebühren für die neuen Traversen – etwa 2000 bis 3000 Euro pro Jahr – an die Stadt.

Verbessert werden soll auch die nach wie vor nicht zufriedenstellende Akustik in der Halle. Vorgesehen sind Vorhänge im Bereich der Sheddach-Verglasung sowie das Umhängen der bestehenden Lautsprecheranlage. Um die Wirksamkeit der Maßnahmen einschätzen zu können, seien jedoch weitere Simulationsberechnungen erforderlich, betont die Stadtverwaltung. Diese schlagen mit 10.000 bis 15.000 Euro zu Buche, die im Umfang der jetzt beschlossenen Investitionen  noch nicht enthalten sind. Die Gesamtkosten für eine bessere Akustik würden bei 100.000 bis 140.000 Euro liegen. Mario Kreh, Geschäftsführer der EWS- Arena-Betriebsgesellschaft, sprach im Gemeinderat von einer „Ertüchtigung“ der Lautsprecheranlage. Die Anlage selbst könnte „halbiert“, die Zahl der einzelnen Schallquellen im Gegenzug  erhöht werden.

Es gibt aber noch ehrgeizigere Pläne: Über die Sanierung der Technik hinaus wird im Göppinger Rathaus über eine bauliche Erweiterung der Arena nachgedacht. Die Verwaltung kündigte an, Möglichkeiten untersuchen zu lassen, „um den Bedarf an Hallenflächen für den Schul- und Vereinssport besser decken zu können“. Angedacht sei, so die Verwaltung, dass auch die Betreibergesellschaft die zusätzlichen Flächen bei Veranstaltungen als Umkleide- beziehungsweise Künstlerbereiche nutzen könne. Momentan sei der Platz dafür nicht ausreichend, was auch immer wieder kritisiert wird.

Felix Gerber, der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Göppinger Gemeinderat, hat die Erweiterungsabsichten begrüßt. „Die Stadt möge bald daran gehen, Pläne zu entwickeln“, meinte Gerber in der Sitzung. Oberbürgermeister Guido Till sagte dies zu und lobte das Konzept, die Arena auch für den Schul- und Vereinssport zu nutzen: „Die Halle steht dadurch wirtschaftlich deutlich stabiler da als viele andere Hallen in Deutschland.“ Und sie ist auch sonst gut ausgelastet: In der  abgelaufenen Saison (Juli 2015 bis Juni 2016) fanden 200.946 Menschen den Weg zu einer der vielen Veranstaltungen. Bereits im August 2015 war der 1.000.000. Besucher seit der Eröffnung 2009 begrüßt worden. 

„Wir haben uns Markt etabliert und man merkt, dass sich die Künstler bei uns wohlfühlen. Viele kommen bereits zum zweiten oder dritten Mal“, sagte Geschäftsführer Kreh im Gespräch mit unserer Zeitung.  „Wir freuen uns über die Entscheidung des Gemeinderats, weiter in die Arena zu investieren. Das gibt uns die Möglichkeit, unsere Position am Markt zu halten und sogar zu verbessern. So können wir weiterhin große Stars nach Göppingen holen.“