Göppingen Neue Hürden für Göppinger Einkaufszentrum

Die Aussichten waren schon mal rosiger: Die Planung des Einkaufszentrums in der Göppinger Bleichstraße - hier der Blick vom Parkhaus Mörikestraße in Richtung Geislinger Straße - ist erneut ins Stocken geraten.
Die Aussichten waren schon mal rosiger: Die Planung des Einkaufszentrums in der Göppinger Bleichstraße - hier der Blick vom Parkhaus Mörikestraße in Richtung Geislinger Straße - ist erneut ins Stocken geraten. © Foto: Staufenpress
Göppingen / HELGE THIELE 28.09.2013
Es gibt neue Rückschläge in der Göppinger Bleichstraße: Für das geplante Einkaufszentrum fehlt ein wichtiges Grundstück. Das Parkhaus kann nicht gebaut werden. Im Rathaus wachsen die Zweifel an dem Projekt.

Wird das noch was mit dem Bau des Einkaufszentrums in der Göppinger Bleichstraße? Im Rathaus ist die Skepsis inzwischen groß. In der kommenden Woche soll es ein Krisengespräch zwischen Oberbürgermeister Guido Till und den Investoren geben. Der Grund: Die schon mehrfach überarbeitete Planung ist erneut hinfällig geworden. Unbrauchbar, ein Fall für den Reißwolf. Der Abriss des Frey-Centers und der Neubau rücken in immer weitere Ferne.

Die erste Hiobsbotschaft: An der Geislinger Straße fehlt ein wichtiges Grundstück, das sich die Investoren - die Unternehmerfamilie Schenavsky und die Berliner Projektentwicklungsgesellschaft Acrest Property Group - nicht sichern konnten. Die Verhandlungen sind fürs erste geplatzt - mit gravierenden Folgen: Den Investoren bricht die südliche Kante der geplanten Shopping-Mall weg. Das dort vorgesehene Parkhaus kann deshalb nicht gebaut werden. Auf den Platz, der das Entree im Süden bilden sollte, muss verzichtet werden.

Falls das Einkaufszentrum trotzdem gebaut würde, müssten die 650 Parkplätze auf den Komplex draufgesattelt werden - oder das in die Jahre gekommene Parkhaus neben dem Kaufhof müsste doch erhalten werden. So oder so: Das bisherige Konzept für den Anlieferverkehr ist Makulatur.

Die zweite schlechte Nachricht: Die Investoren haben offenbar massive Schwierigkeiten, bestehende Mietverhältnisse (Baby-Walz) aufzulösen. Es geht um hohe Ablöseforderungen, die für Streit und Stillstand sorgen. Und es gibt Ärger zwischen den Investoren und dem Betreiber des Bestandsschutz genießenden Spielcenters Westado über die künftige Miethöhe im neuen Einkaufscenter. Der Kaufmann Simon Schenavsky sei zwar bereit, die eine oder andere Kröte zu schlucken. Es gebe aber Grenzen, heißt es im Umfeld der Investoren.

Unterdessen wird das Grummeln in den Fraktionen des Gemeinderats lauter. Die teilweise hohen Geldforderungen gegenüber den Investoren erklärt sich ein Bürgervertreter zum Teil damit, "dass sich die Projektpartner mit ihren öffentlich vorgelegten Plänen unter Druck gesetzt haben". Das ist nicht einmal als Vorwurf gemeint, denn Stadtverwaltung und Gemeinderat haben die konkreten Pläne selbst gefordert, um beurteilen zu können, wie das Einkaufszentrum aussehen wird und ob die städtebaulichen Vorgaben des Gemeinderats erfüllt werden.

Jetzt gibt es viele Fragen: Wird es in absehbarer Zeit eine endgültig belastbare Planung geben? Oder droht in der Bleichstraße "ein Schrecken ohne Ende", wie es am Donnerstag am Rande einer Gemeinderatssitzung formuliert wurde? Am 25. Mai 2014 wird das Stadtparlament neu gewählt und mancher Bürgervertreter fürchtet, wegen der Hängepartie in Sachen Einkaufszentrum am Wahltag womöglich Federn lassen zu müssen. Wieder andere winken ab: Für sie sind die Zeiten von Einkaufszentren in Städten der Größe Göppingens ohnehin längst vorbei.

Wird am Ende deshalb nur das Frey-Center mit seinem hohen Leerstand aufgehübscht - und der Rest des ehrgeizigen Projekts beerdigt?

Schon länger ist klar: C&A wird nicht in das neue Center integriert. Und auch der Kaufhof wird nicht - wie ursprünglich geplant - in einen Neubau an der Poststraße umziehen, sondern an seinem jetzigen Standort bleiben. Dort allerdings will der Kaufhof kräftig in das "Galeria-Konzept" investieren.

In der kommenden Woche wird - nach längerem Schweigen - mit einer öffentlichen Erklärung der Investoren gerechnet. Und mit einem Ultimatum aus dem Göppinger Rathaus - auch wenn dem Kind womöglich ein freundlicherer Name gegeben wird. Am Donnerstag war bereits das Wort "Stichtag" zu hören.

Stationen einer Göppinger Hängepartie
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