Göppingen / MARGIT HAAS  Uhr
Das Göppinger Unternehmen Märklin wird an der Stuttgarter Straße eine neue "Erlebniswelt" eröffnen. Das erfordert Lösungen bei der Verkehrsführung.

Die Kreuzung Stuttgarter/Hermann-/Reuschstraße in Göppingen ist sehr stark befahren. Regelmäßig kommt es zu gefährlichen Situationen. Es scheint an ein Wunder zu grenzen, dass sich dort bislang keine schweren Unfälle ereignet haben. In Zukunft wird die Verkehrsbelastung der Kreuzung noch weiter ansteigen. Denn das Boehrimger-Areal wird neu belebt und an seinem Stammsitz in der Stuttgarter Straße will das Göppinger Traditionsunternehmen Märklin seine neue „Märklin-Erlebniswelt“ eröffnen.

Die Stadtverwaltung will deshalb den gesamten Kreuzungsbereich neu gestalten und will damit für mehr Sicherheit sorgen. Hauptproblem ist, dass sich Reusch- und Hermannstraße nicht gegenüberstehen, dass die Übersicht also beeinträchtigt ist – und es so häufig zu Beinahe-Unfällen kommt. Ein entsprechender Umbau der Kreuzung mit einer weiteren separaten Abbiegespur von der Reusch- in die Stuttgarter Straße soll Abhilfe schaffen. Nächste Woche entscheidet der Gemeinderat über die Planung.

Ein Kreisverkehr kommt nach Aussage von Werner Hauser, Leiter des Fachbereichs Tiefbau, Umwelt, Verkehr und Vermessung der Stadtverwaltung Göppingen nicht in Frage. Im Ausschuss für Umwelt und Technik verwies er darauf, dass der Kreisel „nicht überall Allheilmittel“ sei. Aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens in der Stuttgarter Straße und der zu erwartenden Fußgänger würde ein Kreisverkehr nicht funktionieren. Auch wäre er nicht für 300.000 Euro zu realisieren, die die Verwaltung an Kosten für den Umbau der Kreuzung kalkuliert.

Denn die „Märklin-Erlebniswelt“ wird die bestehende Situation noch verschärfen. Sie wird zahlreiche Besucher anziehen, die nicht nur mit ihren Privatautos anreisen werden. Sie soll auch Ziel des Bustourismus werden. Entlang der Reuschstraße wird deshalb eine Fläche entstehen, wo Fahrgäste barrierefrei aus- und einsteigen können. Die Busse selbst sollen auf dem ehemaligen Boehringer-Gelände parken können. Auch über die Anfahrt der Reisebusse haben sich die Experten Gedanken gemacht. Sie werden aus der Stuttgarter Straße in die Reuschstraße einbiegen und über die Beethovenstraße zu Märklin fahren.

Die Reuschstraße wird eine Linksabbiegespur erhalten, damit Gäste direkt die rund 150 Parkplätze auf dem Firmengelände anfahren können. Weitere Pkw-Parkplätze werden auf dem Boehringer-Areal entstehen. Um den Fußgängern ein sicheres Überqueren der vierspurigen Stuttgarter Straße zu ermöglichen, wird eine weitere Querungshilfe gebaut. An den gesamten Umbaukosten wird sich die Firma Märklin beteiligen.

„Es ist eine gute Gelegenheit, die Gefahrenzone zu bereinigen“, freute sich Christine Schlenker (SPD). Michael Freche (Linke/Piraten) betonte, dass wegen den Flächen für den Busverkehr „keine Parkplätze für Anwohner wegfallen dürfen“.

Traditionsfirma mit wechselvoller Geschichte

Anfänge: Die Firma Märklin bezog 1900 ihr neues Firmengelände an der Stuttgarter Straße. Gegründet worden war das Unternehmen von Wilhelm Märklin im Jahre 1849 in der Kirchstraße (heute „d’apothek). Märklin stellte 1891 auf der Spielwarenmesse in Leipzig als erstes Unternehmen weltweit eine Uhrwerkbahn mit Schienen in Form einer acht vor.

Ausstellung: Die wechselvolle Firmengeschichte des Traditionsunternehmens wird in der neuen „Märklin-Erlebniswelt“ an der Stuttgarter Straße nachvollziehbar werden.