Insidious: Chapter 3

Ein Knarzen, ein Kreischen - und klebrige Fußspuren auf dem Flur: Im Gruselfilm "Insidious: Chapter 3 - Jede Geschichte hat einen Anfang" wird die junge Quinn Brenner von einem Dämonen heimgesucht. Der Teenager (gespielt von der Newcomerin Stefanie Scott) versucht, mit Hilfe eines Mediums Kontakt zu ihrer toten Mutter aufzunehmen. Doch wie heißt es in dem Horrorwerk? Rufst du nach einem Toten, können dich alle Toten hören. Das Mädchen wird von einer Gestalt aus der Parallelwelt verfolgt, ihr Vater und die Hellseherin Elise wollen sie retten. Der dritte "Insidious"-Teil erzählt die Vorgeschichte zu den ersten beiden Filmen. Fazit: Die Effekte sind nicht die originellsten, aber für einige Schreckmomente reicht es. (USA 2015, 97 Min., FSK 16)

Worst Case Scenario

Als die Produzentin unmittelbar vor Drehbeginn den Film über deutsche Fans bei der Fußball-EM in Polen abbläst, ist der Regisseur Georg (Samuel Finzi) wild entschlossen, das Projekt alleine durchzuziehen. Davon lässt er sich auch nicht abbringen, als ihm immer mehr Crewmitglieder abspringen. Er greift im Film wie in der Realität auf reale Fans, Campingurlauber und drittklassige polnische Schauspieler zurück - und scheitert kläglich mit seiner obsessiven Idee, einen dokumentarischen Arthouse-Film zu machen. Und dann kommt noch seine Ex-Freundin und Aushilfskostümbildnerin Olga (Eva Löbau) mit einer unangenehmen Neuigkeit. Dem Regisseur Franz Müller soll sein ursprüngliches Filmprojekt tatsächlich kurzfristig geplatzt sein. Ein ungewöhnlicher Film im Film, der sich zu einer Beziehungsstudie entwickelt. (Deutschland 2014, 82 Min., FSK 0)

Der Papst ist kein Jeansboy

Vor etwa 20 Jahren war der Österreicher Hermes Phettberg ("Nette Leit Show") eine kleine TV-Berühmtheit auch in Deutschland. Mit Wiener Witz, aber auch schamloser Offenheit über seine schwulen Sadomaso-Vorlieben - Stichwort: Jungs in Jeans - sorgte er für Aufsehen. In künstlerischem Schwarz-Weiß hat Sobo Swobodnik dem früheren Kult-Moderatoren und Autoren, der nach Schlaganfällen schwer gezeichnet ist und von Sozialhilfe lebt, bereits 2011 ein einfühlsames Denkmal gesetzt. 2012 wurde es beim Filmfestival Max Ophüls Preis in Saarbrücken als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet. Nun ist die Doku kurz im Kino zu sehen.

(Österreich 2011, 74 Min, FSK 16)

Marry me!

Kissy hat indische und deutsche Wurzeln. Mit ihrer Tochter Meena lebt sie in einem Kreuzberger Mietshaus in Berlin, das der indischen Großmutter gehört. Kissy ist Single, und sie verdient ihr Geld in einem Café. Eines Tages steht tatsächlich die Großmama aus Indien vor der Tür, die für Ordnung sorgen will im verluderten Kreuzberger Leben ihrer Enkelin. Sujata, die Großmutter, droht gar damit, das Haus zu verkaufen, wenn Kissy sich nicht besser um die Familie kümmert und nicht endlich den nichtsnutzigen Vater ihrer Tochter ehelicht. Und als würde das nicht reichen, verlangt die Oma auch noch eine traditionelle indische Heirat. "Marry me!" ist das Spielfilm-Debüt der Berliner Regisseurin Neelesha Barthel. (Deutschland 2015, 90 Min., FSK 0)

Ich seh Ich seh

Gewissheiten im Leben gibt es kaum. Umso verstörender, wenn selbst in der Familie nichts sicher und verlässlich ist. Im Psychodrama "Ich Seh Ich Seh" zweifeln die Zwillinge Elias und Lukas an ihrer Mutter, die mit einem Gesichtsverband aus dem Krankenhaus zurückgekommen ist. Sie sind überzeugt: Hinter den weißen Mullbinden verbirgt sich eine Fremde. Keine Spur mehr von den Zärtlichkeiten früherer Zeiten. Stattdessen Strenge und Kälte. Verzweifelt wollen die Brüder die unheimliche, böse Frau mit der furchterregenden Mullmaske entlarven. Ihre drängendste Frage: "Wo ist unsere Mutter?" Die Österreicher Veronika Franz und Severin Fiala haben das beklemmende Psychogramm einer Familie ohne Drehbuch inszeniert. (Österreich 2014, 99 Min., FSK 16)

Liebe auf den ersten Schlag

Arnaud greift seinem Bruder nach dem Tod des Vaters im Familienbetrieb unter die Arme. Eines Tages steht er Madeleine gegenüber, die sich mit einem harten Überlebenstraining auf das Ende der Welt vorbereitet. In einem Demonstrationskampf über Selbstverteidigung streckt das hübsche, aber schroffe Mädchen Arnaud nieder. "Liebe auf den ersten Schlag" von dem Regisseur Thomas Cailley handelt von einer Romanze zwischen zwei jungen Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Das Spielfilmdebüt des Franzosen, in dem die Jungschauspieler Adèle Haenel und Kévin Azaïs die Hauptrollen spielen, wurde 2014 beim Filmfest in Cannes in einer Nebenreihe mehrfach ausgezeichnet. (Frankreich 2014, 98 Min., FSK 12)