Nur eine Stunde Ruhe

Statt seine auf dem Flohmarkt ergatterte Jazzplatten-Rarität "Me, Meyself And I" genießen zu können, kulminieren für den 60-jährigen Zahnarzt Michel in seinem gepflegten Pariser Appartement die Katastrophen seines Lebens: Seine Frau gesteht ihm, dass sein Sohn nicht von ihm ist, die Geliebte nervt, ausländische Handwerker legen die Wohnung unter Wasser und vieles mehr. Nach dem aktuellen Bühnenhit "Nur eine Stunde Ruhe" von Florian Zeller hat Regiealtmeister Patrice Leconte mit den Stars Christian Clavier ("Monsieur Claude und seine Töchter") und Carole Bouquet eine Kinoversion geschaffen. Eine Bürgerposse. (Frankreich 2014, 79 Min., FSK 6)

Dessau Dancers

Die Jugend in der DDR ließ sich leicht von Trends aus dem Westen entflammen. So auch 1985, als der US-Film "Beatstreet" im Osten für volle Kinosäle sorgte und junge Leute zum Breakdance auf die Straße trieb. Regisseur Jan Martin Scharf hat ihnen mit seinen "Dessau Dancers" ein Denkmal gesetzt. Der Film erzählt die Geschichte einer tanzbegeisterten Clique aus Dessau. Die Staatsmacht verfolgt deren Treiben bald mit Argwohn. Doch was sie nicht verbieten kann, kontrolliert sie lieber. So machen die Dessau Dancers schließlich als sozialistische Unterhaltungskünstler Karriere, auch wenn sie am Ende zu ihren Wurzeln zurückkehren: gute Schauspieler, viel Tanz und Musik, reichlich Witz. (Deutschland 2014, 90 Min., FSK 0)

The Pyramid

Schauplatz dieses unheimlichen Films ist die ägyptische Wüste. Amerikanische Archäologen graben hier eine sehr alte, von Sand bedeckte Pyramide aus. Eine Pyramide, die sich von anderen unterscheidet, hat sie doch statt vier nur drei Seiten. Bei der Öffnung der Pyramide kommt ein Ägypter zu Tode; wovon sich die Wissenschaftler aber nicht abschrecken lassen. Im Inneren des Grabgebäudes aber warten noch so einige böse Überraschungen auf sie - immer mehr verliert sich die Gruppe im Dunkeln. Es handelt sich bei diesem Horror-Film um das Regie-Debüt von Grégory Levasseur. Produzent Alexandre Aja kennt man unter anderem durch seine Inszenierung des Films "The Hills Have Eyes - Hügel der blutigen Augen". (USA 2015, 89 Min., FSK 16)

A Blast - Ausbruch

Maria hat genug. Einst war sie hoffnungsvoll und voller Pläne, jetzt droht nach Jahren der Aufopferung für ihre dominante Familie der finanzielle Ruin wegen eines Steuerhinterziehungsvergehens. Während sie in ihrem Geländewagen vor allem davon fährt, zieht ihre dramatische Vergangenheit in Fragmenten an ihr vorbei. Filmemacher Syllas Tzoumerkas zeigt seine Antiheldin in kompromissloser Radikalität und verzichtet bei seiner Botschaft auf leise Zwischentöne und Subtext. Nebenbei zeichnet er das verstörende Bild eines zerrütteten Griechenlands, dessen Ausmaße so schrecklich sind, dass sie auch ins Private übertreten.

(Griechenland, Deutschland, Niederlande 2014, 83 Minuten. FSK 12)

Run All Night

Als Profi-Killer mit dem Spitznamen "Totengräber" hat Jimmy Conlon bessere Zeiten gesehen. Liam Neeson spielt den abgehalfterten, vereinsamten Gangster, dem nur noch die Freundschaft mit seinem früheren Mafiaboss (Ed Harris) geblieben ist. Doch die endet jäh, als Conlon seinen eigenen Sohn (Joel Kinnaman) vor der rachsüchtigen Mafia beschützen muss. Der spanische Regisseur Jaume Collet-Serra inszeniert ein packendes Drama um Ehre und Freundschaften, Neeson liefert Action mit Tiefgang. (USA 2015, 114 Min., FSK 16)