Göppingen / CONSTANTIN FETZER  Uhr
Mehr Mädchen für naturwissenschaftlich-technische Berufe - das ist das Ziel der Girls Day Akademie, die nun mit einer Abschlussfeier zu Ende gegangen ist. Die Teilnehmerinnen haben sich begeistert gezeigt.

Orientierungsnachmittag bei der Festo AG in Esslingen, Schampoo- und Kosmetikherstellung im Schülerlabor der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd, einen praktischen Informationsnachmittag bei Daimler in Untertürkheim, Trainings bei "Coaching 4 Future" und eine technisch-mechanische Schmuckwerkstatt am Göppinger Standort der Hochschule Esslingen: Das waren einige der Stationen, an denen 40 Mädchen aus Realschulen und Gymnasien bei der "Girls Day Akademie" über ein Jahr hinweg teilgenommen haben. "Es ist wirklich ein Lob wert, dass die Teilnehmerinnen neben Schule und Freizeitangeboten sich die Zeit genommen haben, um sich bei der Girls Day Akademie weiterzubilden - das zeige, dass die jungen Mädchen ihre Zukunft ernst nehmen", sagt Marion Janousch, Beauftragte für Chancengleichheit der Agentur für Arbeit Göppingen. Die Agentur für Arbeit ist gemeinsam mit dem Arbeitgeberverband Südwestmetall Initiator der Akademie - die Veranstaltungen werden über den Bildungsträger BBQ organisiert und begleitet. "Man muss sowohl den beiden finanziellen Unterstützern als auch den Unternehmen und Hochschulen danken, die sich bei diesem Projekt engagieren und den Mädchen einen Einblick in die Berufswelt geben", erklärt Adriana Pacella, Projektleiterin der Girls Day Akademie der BBQ in Göppingen und Esslingen. Gerade für die Berufsorientierung sei das Angebot ein wichtiger Baustein, unterstreichen die Initiatoren. Dass sich aber noch immer zu wenige Mädchen für einen naturwissenschaftlich-technischen Beruf entscheiden beklagt Rüdiger Denkers, Geschäftsführer Neckar- Fils des Arbeitgeberverbands Südwestmetall: "Die früheren Rollenmuster von Mann und Frau weichen zwar immer weiter auf - aber wir müssen noch mehr tun." Nur halbherzig habe die Industrie in den vergangenen Jahren etwas dafür getan, dass Mädchen sich in den klassischen Männerberufen wohlfühlen. Dennoch müsse man es längst eigentlich besser wissen, sagt Denkers mit einem Augenzwinkern: "Viele wichtige Nobelpreisträgerinnen waren Frauen", erinnert er in seinem Grußwort bei der Festveranstaltung und der Zertifikatsübergabe bei der BBQ in Göppingen am Montag. In kurzen Präsentationen gaben die Mädchen dabei einen Einblick in die Projekte und Seminarnachmittage, die sie bei den Unternehmen und an den Hochschulen verbracht haben. Für alle war es sichtlich eine große Erfahrung, bei der Girls Day Akademie dabei gewesen zu sein, wie sie in ihren Vorträgen ausführlich berichten. "Mit der Girls Day Akademie wird Naturwissenschaft und Technik erlebbar gemacht - mit Informationen aus erster Hand", unterstreicht Karin Nagel, BBQ-Regionalleiterin, die Ziele des Projekts, das im Januar bereits in eine neue Runde geht und für die es in den acht teilnehmenden Schulen schon großes Interesse gibt.