Fasching Konfetti und Glasflaschen beim Nachtnarrensprung verboten

Etwa 2000 Narren werden am Samstag in Göppingen erwartet. Der Nachtnarrensprung lockt die Hästräger zum elften Mal in die zuvor fast faschingsfreie Stadt.
Etwa 2000 Narren werden am Samstag in Göppingen erwartet. Der Nachtnarrensprung lockt die Hästräger zum elften Mal in die zuvor fast faschingsfreie Stadt. © Foto: Carlucci
Göppingen / Arnd Woletz 09.01.2019
Die Göppinger Galgenberghenker rufen zum Nachtnarrensprung und Tausende werden kommen. Konfetti und Bierflaschen müssen aber zuhause bleiben.

Etwa 2000 Teilnehmer aus 52 Gruppen im Fasnetshäs werden durch die Stadt toben. Mindestens noch einmal so viele Besucher werden am Straßenrand stehen, bei gutem Wetter auch deutlich mehr. Damit rechnen jedenfalls die Göppinger Galgenberghenker, die am Samstag, 12. Januar,  zum elften Mal den Nachtnarrensprung ausrichten. Der Ehrenzunftmeister des noch jungen Faschingsvereins, Daniel Paasch, der gleichzeitig Präsident des Narrenverbands Neckar-Fils-Region ist, findet, dass sich im ehemals faschingsfreien Göppingen diese närrische Veranstaltung fest etabliert habe. Allerdings verspüre er aus dem Rathaus weiterhin wenig Unterstützung und Begeisterung, räumt Paasch ein. Von der Bürgermeisterriege habe sich seit acht Jahren niemand mehr blicken lassen, sagt er. Das sei in anderen Kommunen anders.

Die Pressestelle der Stadtverwaltung verweist darauf, dass der Oberbürgermeister am Samstag ganztägig auf dem Göppinger Stand bei der Touristik-Messe CMT eingebunden sei – wie schon in den vergangenen Jahren.

Konfettiverbot, um Reinigungskosten zu sparen

Die Narrenzunft hat sich selber, den Zuschauern und den teilnehmenden Gruppen, die in die Stadt kommen, ein Konfettiverbot verordnet – um Reinigungskosten zu sparen. Das ist unter den Narrengruppen nicht unumstritten. Eine andere Frage sei deshalb, ob sich alle daran halten, meint Daniel Paasch.

Auch die Stadtverwaltung habe die Auflagen für die Veranstaltung verschärft, berichtet der Ehrenzunftmeister. In diesem Jahr müsse aus Sicherheitsgründen erstmals komplett auf Glas verzichtet werden. Cola- und Bierflaschen sind genauso tabu wie Glaskrüge. Die Zunft habe Kunststoffkrüge anschaffen müssen, so Paasch. Hohe Anforderungen gelten auch für den Sanitätsdienst sowie für das Sicherheitspersonal. Neben den eigenen Leuten der Zunft seien allein zehn Mitarbeiter eines privaten Sicherheitsdienstes im Einsatz. Das alles treibe die Kosten der Veranstaltung in die Höhe, meint Paasch. Die Teilnehmer sollen darunter aber nicht leiden. Für sie bleibt alles beim Alten. Und eine Umzugsplakette, mit der die Zuschauer einen finanziellen Beitrag leisten sollen, kostet drei Euro.

Los geht der Nachtnarrensprung traditionell schon am taghellen Nachmittag mit einem sogenannten Monsterkonzert um 14 Uhr auf dem Schlossplatz. Von dort aus setzt sich um 16 Uhr der Narrenzug durch die Innenstadt in Bewegung: durch die Kirchstraße und die Schulstraße zum Spitalplatz und von dort über die Marktstraße bis zum Marktplatz. Dort steht das große Partyzelt, in dem bis Mitternacht gefeiert werden darf. Die Musik muss allerdings schon um 23 Uhr aus sein.

Daniel Paasch hofft, dass der Nachtnarrensprung wieder „eine sehr schöne Veranstaltung“ wird. Dass es ihn inzwischen so lange gibt, hält er für eine „Bereicherung der Kultur in der Stadt“.

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