Soziales Vesperkirche beginnt am Samstag

Die Göppinger Vesperkirche öffnet am Samstag ihre Pforten. Bis zum 18. Februar rechnen die Organisatoren mit rund 200 Gästen pro Tag in der Stadtkirche. Das Bild entstand im vergangenen Jahr.
Die Göppinger Vesperkirche öffnet am Samstag ihre Pforten. Bis zum 18. Februar rechnen die Organisatoren mit rund 200 Gästen pro Tag in der Stadtkirche. Das Bild entstand im vergangenen Jahr. © Foto: Giacinto Carlucci
Göppingen / Helge Thiele 05.01.2018
Mit einem Gottesdienst beginnt am Samstag in der Göppinger Stadtkirche die Vesperkirche.

Die Vesperkirche ist ein Ort der Solidarität. Menschen sitzen gemeinsam an einem Tisch und essen miteinander, erzählen und tauschen sich aus. „Menschen mit ihren jeweiligen und sehr unterschiedlichen Lebensgeschichten teilen hier ihren Alltag: solche, die einen gedeckten Tisch kaum kennen, und solche, die sich viel leisten können“, sagt Wolfgang Baumung. Er ist Leiter der Göppinger Einrichtung „Haus Linde“. Sie kümmert sich um wohnungslose Menschen und organisiert in Zusammenarbeit mit der Stadtkirchengemeinde Oberhofen und der Wilhelmshilfe die Vesperkirche, die dieses Jahr zum 23. Mal stattfindet. Am Samstag, 6. Januar, geht es los – mit einem Eröffnungsgottesdienst um 10 Uhr, der live in  SWR 4  übertragen wird.

Mehr als 70 Helfer im Einsatz

„Die Vesperkirche ist ein Ort der Begegnung, sie ist ein Ort des Respekts und der Toleranz“, betont Chef-Organisator Baumung. Dazu gehörten die Begegnungen am Tisch, aber auch das freundliche Wort bei der Essensausgabe sowie die „Mittagsgedanken“ der Pfarrerinnen und Pfarrer der Göppinger Gesamtkirchengemeinde „als Nahrung für die Seele“, meint Baumung. Ziel sei es, den Gästen auch Hoffnung und Mut für ihren oft schweren Lebensalltag zu geben.

Mittlerweile kommen im Durchschnitt 200 Gäste pro Tag. Baumung ist überzeugt: „Dies ist sicherlich auch ein Zeichen für die zunehmende Armut in unserer Gesellschaft. Es ist kein Wunder, dass unter den Gästen viele ältere Mitmenschen, Alleinerziehende mit ihren Kindern und Arbeitslose zu finden sind.“ Die Göppinger Vesperkirche wolle „ein Signal setzen, Menschen mit wenig Geld in den Blick zu nehmen und bewusst zu machen, dass immer mehr Menschen am gesellschaftlichen Leben nicht mehr teilnehmen können, weil ihnen das Geld dazu fehlt“.

Mehr als 70 ehrenamtliche Helfer sind bis zum 18. Februar an sieben Tagen pro Woche im Einsatz, damit die Gästezahl bewältigt werden kann. Baumung ist froh über diese Unterstützung dankt allen für das „hohe Engagement und die Freude, mit der die verschiedenen Dienste versehen werden“. Baumung stellt fest: „Die Stimmung im Team ist gut, auch an stressigen Tagen mit 280 Gästen.“ Mehr als 8000 Essen waren im vergangenen Jahr ausgegeben worden. „Dafür müssen mehr als 50 000 Euro aufgewendet werden, die über die Einnahmen der Gäste und Spenden aus der Bevölkerung, den Kirchengemeinden und anderen Organisationen sowie aus Opfern der Gottesdienste finanziert werden müssen“, erklärt Wolfgang Baumung. Den Restaufwand müsse Haus Linde aufbringen. Der Leiter der Einrichtung sagt: „Die Vesperkirche hat sich im Lauf der Jahre einen Namen gemacht und wird von breiter Solidarität getragen. Gemeinsam kriegen wir das hin, da bin ich mir sicher.“

Info Spendenkonto: Haus Linde e.V., Konto 587248, Kreissparkasse Göppingen, IBAN: DE10610500000000587248. Anmeldung von Kuchenspenden (bitte ohne Sahne und rohe Eier): Tel. (07161) 686834 ab 6. Januar, 10.30 bis 12 Uhr.

Eröffnungsgottesdienst wird live im Radio übertragen

Beginn Der Gottesdienst zur Eröffnung der Göppinger Vesperkirche in der Stadtkirche beginnt morgen, Samstag, bereits um 10 Uhr. Der Gottesdienst wird vom Radiosender SWR 4 direkt übertragen. Aus diesem Grund werden die Besucher gebeten, pünktlich zu kommen, damit die Übertragung störungsfrei verlaufen kann. Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes übernimmt die „Rentnerbänd“ unter Leitung von Gerald Buß und Klaus Rothaupt an der Orgel. Die Predigt hält Dekan Rolf Ulmer.

Geöffnet Die Vesperkirche findet dieses Jahr bereits zum 23. Mal statt.  Die Öffnungszeiten sind bis zum 18. Februar täglich von 11.30 Uhr bis 13.30 Uhr.

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