Mit intensiven Proben habe sich das Jugendsinfonieorchester (JSO) auf das Jahreshauptkonzert vorbereitet, wobei viele Jugendliche parallel dazu noch ihre Abiturprüfungen schrieben. So begrüßte Bürgermeisterin Gabriele Zull zur Freude der Mitwirkenden die rappelvolle Stadthalle - viele Zuschauer nahmen sogar einen Stehplatz in Kauf.

Für das anstehende Wettbewerbskonzert zum Deutschen Jugendorchesterpreis in New York wünschte die Bürgermeisterin "viel Erfolg, unvergessliche Eindrücke sowie vielfältige Begegnungen" und sprach Jugendmusikschulleiter Martin Gunkel für seine professionelle und allen Musiker-Eltern für ihre ideelle Unterstützung einen Dank aus. Ohne finanzielle Unterstützung sei aber "die Reise in die neue Welt" keinesfalls realisierbar gewesen, bedankte sich ein junger Musiker bei den zahlreichen Sponsoren und versprach dafür jedem einzelnen eine Ansichtskarte.

Bevor sich dann als erstes "Die diebische Elster" aus Rossinis Opern-Ouvertüre klangvoll in die Lüfte begab, nannte zuvor einer der jungen "Moderatoren" gleich mehrere gestohlene Geldbörsen beim Toskana-Festival (2010) als Anlass für diesen Titel. In fließenden Übergängen, vom langsam-gediegenen Flattern bis hin zum fröhlich-flotten Sturmflug, arbeitete das JSO diese "Opera semiseria", eine Mischform von ernsten und heiteren Klangfolgen, aus.

Anschließend folgten überaus anspruchsvolle "Variationen über ein Rokoko-Thema, op. 33", bei denen das Orchester und insbesondere Solist Yannick Marco Groll auf seinem Violoncello glänzte. Hinter Tschaikowskys inspirierendem Rückblick auf die Stilistik der Mozart-Zeit verbirgt sich ein virtuoses Spiel mit Gattungsgrenzen und Stillleben, das für jeden Solo-Cellisten eine Herausforderung ist. Lang anhaltender Beifall und Bravo-Rufe waren die Antwort auf die herausragende Spielbrillanz und technische Bravour des 17-jährigen Ausnahmetalents.

Nach diesem Stück folgten "Carmen-Prélude", "Allegro giocoso" von Georg Bizet sowie Edvard Elgars "Nimrod" aus Enigma-Variationen (Rätsel), op. 36, Adagio. Stücke aus Spanien und England, wie sie zwar vom Temperament unterschiedlicher nicht sein könnten, hatten doch eine Gemeinsamkeit: Sie waren wunderschön und leider viel zu kurz.

Nach der Pause folgte dann mit Antonin Dvoráks "Sinfonie Nr. 9 e-Moll opus 95", 1893 in der Carnegie Hall New York uraufgeführt, das prägnanteste, längste und wichtigste Stück: "Aus der neuen Welt" in Adagio-Allegro molto, Largo, Scherzo (Molto vivace) und Allegro con fuoco.

Damit sowie mit dem kompletten Konzert, machte das Jugendsinfonieorchester dank eindrucksvollen intensiven Spiels, einen nachhaltigen Eindruck.

Begeisterter Schlussapplaus nach dem "doppelten" Radetzkymarsch - so gestärkt und mit viel Rückenwind geht es übermorgen in die USA.