In Ebersbach herrscht Trauer nach dem Tod von Martin Kurz. Der Gastronom war Inhaber der „Tränke“, die für ihre Stammgäste Kultstatus hatte. Dies lag vor allem auch an ihrem Wirt, der mehr noch als unter seinem richtigen Namen als „Saukarle“ bekannt war.

Die Live-Konzerte dort begeisterten Rockfans aus Nah und Fern, aus Stuttgart und Aalen kamen sie angereist. Die Band „Crimestop“ spielte seit fast zehn Jahren zweimal im Jahr in der Tränke. Bandmitglied Gerd Kannemann erinnert sich: „Martin war ein super Gastgeber, sehr nett. Beim ‚Saukarle’ war immer super Stimmung. Die ganze Band war fassungslos und tief betroffen, als wir von seinem Tod erfahren haben. Seit vielen Jahren unterstützten Martin Kurz und Bands wie „Crimestop“ die Aktion „Gute Taten“ der NWZ mit Benefizkonzerten in der Vorweihnachtszeit.

Legendäre Konzerte und Vatertagshocks

Martin war eine Institution, ein Unikum seinesgleichen“, erinnert sich der Ebersbacher Fotograf Michael Tilp, der mit dem Gastronomen gut befreundet war. „Beim ‚Saukarle’ wurden Geburtstage, Grillfeste, Hochzeiten, Schulfeste und anderes gefeiert, bis in die Morgenstunden. Seine Konzerte waren legendär, weit über 500 Besucher kamen zu den Vatertaghocks.“

Ebersbach

Sein Cousin Steffen Tilp hat sogar seine Frau in der „Tränke“ kennengelernt und dort auch vor kurzem Hochzeit gefeiert. Er war am Sonntagabend mit vielen anderen Stammgästen im Lokal, es sei eine sehr bewegende Atmosphäre gewesen: „Es herrschte eine kollektive Trauer aller Anwesenden und einfach nur Fassungslosigkeit. Der plötzliche Verlust einer herzensguten Person war für viele nur schwer zu ertragen und nicht zu erklären“, so Steffen Tilp. Es habe tiefe Niedergeschlagenheit geherrscht.

Name vom Vater geerbt

Seinen Namen „Saukarle“ hat der gelernte Metzger Martin Kurz quasi vererbt bekommen. So wurde früher sein Vater genannt, der Schweinehändler war. Als dieser die Tierhaltung reduzierte, wurde im ehemaligen Schweinestall ein Hobbyraum eingebaut, in dem Bands probten. Vor etwa 20 Jahren wurde dann eine Musikkneipe daraus, in der vor allem Rockmusik lief, denn die liebten die Gäste besonders. Für viele war die „Tränke“ wie ihr zweites Wohnzimmer, wie eine langjährige Stammkundin vor einiger Zeit verriet. Hilfsbereit und großzügig sei der Wirt gewesen, und auch unter den Gästen habe man sich beigestanden, wenn einmal Not am Mann war. Martin Kurz wurde 54 Jahre alt.