Konzert Nach fünf Songs geht der heisere King

Göppingen / Konstantin Heidemann 10.01.2017

Die Veranstaltung stand unter keinem guten Stern: Mit knapp einstündiger Verspätung eröffnete Solokünstler Freddy Albers den Abend. Er überzeugte mit zwei meisterhaft gesungenen Dean-Martin-Interpretationen der Songs „Everybody Loves Somebody“ und „Volare“. Schnell machte sich im Saal gute Stimmung breit. Albers präsentierte im Halbplayback virtuos Musikergrößen wie Dean Martin, Freddy Quinn, Hans Albers und natürlich Klasssiker von Elvis Presley. Weitere Titel von Engelbert, Pat Boone und Matt Monro rundeten ein abwechslungsreiches erstes Set ab und sorgten für ordentlich Beifall.

Runde zwei läutete der singende Seemann mit guten Versionen von Pat Boones unverwüstlichem „Speedy Gonzales“ und „Chattanooga Choo Choo“ von Glenn Miller ein. Doch zehn weitere Titel ließen das Programm dann doch etwas zäh und langwierig werden.

Erste „Elvis“-Rufe aus den Reihen der Besucher waren zu hören. von denen wohl die meisten wegen Andy King in die Stadthalle gekommen waren. Und nach zwei Stunden Vorprogramm forderte das Publikum vehement den Elvis-Interpreten.

Nach kurzer Umbaupause betrat dann endlich Andreas Stolzenthaler alias Andy King die Bühne. Und King, der zu den wenigen hauptberuflichen Elvis-Interpreten in Deutschland gehört, gab mit seiner Band „The Memphis Riders“ gleich Vollgas. Mit „Mean Woman“ rockte er im schwarzen Elvis-Glitzeranzug die Bühnenbretter und brachte das Publikum zum Toben. Schnell füllte sich die Lücke zwischen Tischreihen und Bühne mit Tänzern. Es folgten die Elvis-Klassiker „Don’t be Cruel“, „Blue Suede Shoes“, „Mystery Train“ und „Long Tall Sally“ – und dann war die Show auch schon vorbei. Die jubelnden Fans wussten gar nicht, wie ihnen geschah. Mit der Entschuldigung, er sei heiser, verließ Andy King urplötzlich die Bühne – ausgerechnet an Elvis’ 82. Geburtstag.

Im fliegenden Wechsel sprang Freddy Albers in die Bresche, und die Bühenshow ging druckvoll und lautstark (manchmal etwas zu lautstark) weiter – was einige Besucher nicht daran hinderte, sich kurzerhand Ihre Mäntel zu schnappen und enttäuscht den Saal zu verlassen. Viele andere Fans, darunter zahlreiche Mitglieder des veranstaltenden „Elvis Presley will never die Fan Club“, ließen sich die Feierlaune nicht verderben. So powerte die Formation „The Memphis Riders“ weitere Elvis-Klassiker wie „Johnny B. Good“, „Viva Las Vegas“ oder „Return to Sender“ ins gut gelaunte Publikum.

Konstantin Heidemann

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