Vier Wochen nach dem Angriff zweier Hunde auf eine Alpakaherde in Göppingen geht es den Tieren „den Umständen entsprechend gut“, sagt Besitzer Heiner Binder. Und die gefährlichen Hunde, die die sechs Alpakas 40 Minuten lang gejagt, gebissen und teilweise lebensgefährlich verletzt hatten, sind seitdem auch nicht wieder aufgetaucht. Unterdessen haben Hundefreunde aus dem Landkreis im Internet Geld gesammelt – 1641 Euro sind zusammengekommen, berichtet Initiatorin Manuela Keim. Davon verstärken Binder sowie die Besitzerin eines der Alpakas nun den Zaun, um gegen weitere Hundeangriffe gewappnet zu sein.

Keim betreut die Facebook-Gruppe „Filstal mit Hund“, dort warb sie um Spenden für die Alpaka-Besitzer. 99 Hundehalter haben gespendet. „Das Ganze hat mich überrascht, ich war sprachlos“, meint Binder zu der Aktion. „Dass es dann auch noch von Hundebesitzern kommt, ist um so erfreulicher.“ Im Moment ist der 22-Jährige dabei, mit dem gespendeten Geld den elektrischen Weidezaun von 7 auf 14 stromführende Litzen aufzurüsten.

Auch Initiatorin Manuela Keim ist „absolut zufrieden“ mit dem Spendenergebnis. „Es kam durch die Bank gut an“, berichtet sie: „Vor allem, dass die Hundebesitzer hinstehen und sagen, wir sind nicht alle gleich.“

Regelrechtes Blutbad

Binder hatte die zwei Frauen, deren Hunde ein regelrechtes Blutbad anrichteten, bei der Polizei angezeigt. Die Ermittlungen sind mittlerweile abgeschlossen, bestätigt die Pressesprecherin des Polizeipräsidiumns Ulm, Claudia Kappeler. „Wir haben eine Ordungswidrigkeiten-Anzeige gefertigt“, berichtet sie. Diese sei nun an die zuständige Bußgeldstelle der Stadt Göppingen weitergeleitet worden, wo über Sanktionen entschieden werden muss.

Die Göppinger Stadtverwaltung hat die Anzeige der Polizei erhalten und prüft sie derzeit, sagt Rathaussprecher Olaf Hinrichsen. „Anschließend werden wir mit den Hundehalterinnen nochmals sprechen und eventuell notwendige Verfügungen erlassen.“ Es drohen beispielsweise ein Leinen- oder Maulkorbzwang für die Hunde, ein Chow-Chow und ein Airedale-Terrier. Was die Stadt entscheidet, erfährt die Öffentlichkeit jedoch nicht: „Die Verfügungen werden aufgrund datenschutzrechtlicher Bestimmungen nicht öffentlich gemacht“, betont Hinrichsen.

Immer noch freilaufende Hunde

In dem Gebiet am Waldrand des Oberholz in der Göppinger Nordstadt sind die Spaziergänger seit der Hundeattacke „wachsamer“ geworden, hat Binder beobachtet. „Sie schauen, dass keine Hunde frei herumlaufen.“ Dennoch gebe es noch immer uneinsichtige Hundehalter: „Die lassen ihre Hunde frei laufen und sagen, ,meiner macht sowas nicht’“, ärgert sich Binder.

Er ist jedenfalls froh, dass es den sechs Alpakas soweit wieder gut geht. Einem Hengst war von dem Chow-Chow das Geschlechtsteil abgebissen worden, eine Tierärztin konnte ihn mit einer Not-OP im Schnee retten, sie musste die Hoden entfernen. Ansonsten seien die Tiere wohlauf, sagt Binder: „Sie werden keine bleibenden Schäden davontragen.“