Göppingen Musical mit Sinn und Pep

Tanz- und Spielszenen gepaart mit jungem Gesang bietet das Musical des Adonia-Teens-Projektchors über Pilatus und Jesus. Foto: Sabine Ackermann
Tanz- und Spielszenen gepaart mit jungem Gesang bietet das Musical des Adonia-Teens-Projektchors über Pilatus und Jesus. Foto: Sabine Ackermann
SABINE ACKERMANN 16.04.2012
Über 70 Jugendliche des Musical-Camps "Adonia" überzeugten mit eingängigen Melodien, pfiffigen Tanzeinlagen, Licht- und Sound-Effekten bei der Passion Christi. Das war lebendige biblische Vergangenheit.

Die biblische Kreuzigungs- und Wiederauferstehungs-Geschichte Jesu Christi, in der Stadthalle von fröhlich singenden und tanzenden 12 bis 18-jährigen Teenagern dargeboten - eigentlich ein zu schwieriges Ereignis für ein Musical - sollte man meinen. Doch die über 70 Jugendlichen sangen und verkörperten in Spielszenen hervorragend die Bibelverse aus dem Lukas- und Matthäus-Evangelium in Form leicht verständlicher Lieder, welche sie allesamt mit jeder Menge Leidenschaft präsentierten.

Seit 2004 packt der christliche Verein "Adonia" Deutschland mit insgesamt 35 Projektchören jährlich eine andere biblische Geschichte in ein frisches, modernes Gewand und führt diese dann als Musical in verschiedenen Städten auf. Passend zur Jahreszeit holte nun der hiesige CVJM den wohl bedeutendsten Prozess aller Zeiten nach Göppingen: "Das Urteil" - über Jesus von Nazareth, das von Pontius Pilatus, dem damaligen Präfekt von Judäa unter Kaiser Tiberius, gesprochen wurde. Nicht nur die spürbare Freude am Singen, auch die extra für diese Aufführung geschriebenen Texte und Melodien gingen unter die Haut.

Begleitet wurden die andächtigen, rockig-jazzigen oder gar beschwingt-heiteren Titel von Schlagzeug, Querflöte sowie zwei Gitarren, welche die jungen Musiker jeweils prima beherrschten. Waren die peppigen Tanz- und Spielszenen zwar von schlichter Natur, zeigten sie nichtsdestotrotz dank ihrer modernen Jugendsprache große Wirkung, freilich ohne dabei irgendwie anzuecken. Äußerst unterhaltsam und quasi als Überraschungseffekt, waren zudem die Engel, die zwischen einigen Akten auf einer rollenden Mini-Bühne den Fortgang der Geschichte erzählten - ein geschickter dramaturgischer Kniff.

Auch überzeugten die beiden 17-jährigen Lockenköpfe Patrik Keppeler als Pontius Pilatus und Daniel Glaunsinger als Jesus - nicht nur, weil sie scheinbar den gleichen Friseur hatten. Man fragt sich: Blieb das kraftvoll vorgetragene Lied "Ans Kreuz mit ihm" am meisten in Erinnerung oder doch eher die Tanzszene zweier Mädchen, welche neben einem stimmungsvoll illuminierten Kreuz im Lichtkegel des Scheinwerfers eine von ihren Schatten begleitete anmutige Choreografie darboten? Sie alle und der Chor wurden jedenfalls vom Publikum mit lautstarkem Beifall belohnt.