Infektion Anstieg von multiresistenten Keimen in Göppinger Klinik

Göppingen / JOA SCHMID 19.02.2018
Womöglich ist es in der Göppinger Klinik am Eichert zu zwei Todesfällen durch multiresistente Keime gekommen.

Tatsächlich werden laut einer Untersuchung des Robert-Koch-Instituts zwei Todesfälle in der Klinik am Eichert mit einem solchen Keim in Verbindung gebracht. Klinik-Sprecherin Britta Käppeler bestätigte am Montag auf Nachfrage eine entsprechende Meldung des SWR. Die Rede ist dabei von sogenannten Vancomycin-resistenten Enterokokken – kurz VRE. Der erste der beiden Todesfälle sei von der Klinikleitung bereits im Mai 2017 kommuniziert worden, so Käppeler. Damals wie auch im Mai 2016 machte die Klinik öffentlich auf eine Häufung von VRE-Infektionen aufmerksam.

Ein weiterer Todesfall im Januar dieses Jahres wird ebenfalls mit einer VRE-Infektion in Verbindung gebracht, so die Sprecherin weiter. Bei diesem Todesfall habe man eine Misch-Infektion mit einem VRE-Keim und einem anderen multiresistenten Keim festgestellt. Allein im Januar waren sieben Infektionen in der Klinik festgestellt worden. Auch, dass sich in der Klinik am Eichert in Göppingen in den vergangenen drei Jahren insgesamt 47 Patienten mit einem bestimmten multiresistenten Keim infiziert haben, bestätigte die Klinik-Sprecherin.

Tatsächlich hat das Göppinger Ordnungsamt ein Zwangsgeld angedroht, sollten sich die hygienischen Bedingungen in der Göppinger Klinik nicht verbessern. Insgesamt hatte die Klinik am Eichert von Januar 2016 bis heute bei Eingangs-Untersuchungen rund 1900 Patienten mit multiresistenten Keimen nachgewiesen.

Häufungen von Infektionen mit VRE-Keimen hatte die Klinik bereits 2016 und 2017 festgestellt und entsprechende Gegenmaßnahmen ergriffen. „Ab Sommer 2017 stellten wir eine gute Entwicklung fest, dann kam es aber für uns völlig überraschend in der ersten Woche 2018 erneut zu einem Anstieg“, berichtet Kliniksprecherin Britta Käppeler.

Vorkehrungen verschärft

Seit Januar würden die Gegenmaßnahmen nochmal intensiviert. Mittlerweile müssen sich alle Patienten, die stationär aufgenommen werden, einer Untersuchung nach multiresistenten Keimen unterziehen. Ein Screening und ein Abstrich im Darmbereich sind Pflicht. Bisher waren solche Untersuchungen nur bei Risiko-Patienten, etwa mit einem geschwächten Immunsystem, Pflicht.

Patienten, bei denen ein VRE-Keim festgestellt wird, werden jetzt in der internistischen oder in der chirurgischen Station zusammen gelegt und getrennt versorgt.

Die Alb-Fils-Kliniken geben am Montag um 16 Uhr eine Pressekonferenz zu dem VRE-Thema.

Weitere Informationen folgen

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