Göppingen Mozart-Messe als Höhepunkt

Das Göppinger Kammerorchester erwies sich in der Stadtkirche als sicherer Partner für den Gastchor Chantenoes aus Pessac sowie die Solisten.
Das Göppinger Kammerorchester erwies sich in der Stadtkirche als sicherer Partner für den Gastchor Chantenoes aus Pessac sowie die Solisten. © Foto: Staufenpress
Göppingen / LILLI ELL 10.05.2016
Mit einem bemerkenswerten Programm warteten der Chor Chantenoes aus Pessac zusammen mit dem Göppinger Kammerorchester auf.

Für das Konzert des Chors Chantenoes aus Göppingens Partnerstadt Pessac und dem Göppinger Kammerchor hatten beide Ensembles nur eine Probe, umso beeindruckender war das Ergebnis.

Zum Auftakt erklang die Sinfonia G-Dur von Albinoni, der schon zu seinen Lebzeiten einer der bekanntesten italienischen Komponisten war. Das Kammerorchester nahm die heitere Grundstimmung des Werkes auf und verarbeitete die langen Melodiebögen sowie die pulsierenden Rhythmen zu einem klaren Gesamteindruck. Im nachfolgenden Orgelkonzert op. 4 Nr. 6 B-Dur von Händel konnte Hélène Delage an der Orgel überzeugen. Orgel und Orchestereinsätze gingen unmerklich ineinander über, das Orchester bestach durch exaktes Spiel, besonders der langsame zweite Satz gelang bewegend und mit einem weichen, melodischen Duktus.

Tänzerisch leicht und beschwingt zeigte sich das Orchesterquartett A-Dur von Carl Stamitz. Das Kammerorchester arbeitete die melodischen und klangfarblich fein abgestimmten Konturen präzise und sicher agierend heraus. Wilfried Maier, langjähriger Dirigent des Kammerorchesters, führte sein Orchester unaufgeregt, ruhig und konzentriert. Auch hier gelang der zweite Satz, die Romanze, lieblich mit fein abgestimmten dynamischen Abstufungen.

Mit Pergolesis Confitebor tibi Domine betrat der Chor die Bühne. Pergolesi war ein italienischer Komponist des Barock, gilt als Erfinder der Opera Buffa, der komischen Oper. So ist es nicht verwunderlich, dass auch seine ernsten Kompositionen Heiterkeit und Frische ausstrahlen.

Zunächst noch etwas verhalten führte sich der Chor unter Dirigent Olivier Marty ein, was sicher auch damit zu tun hatte, dass das Orchester in einigen Phasen des Werkes etwas zu engagiert und mächtig daherkam. Aber der Chor konnte sich steigern und ins vorgegebene Klangbild einpassen, so dass ein wohl klingendes Ganzes entstand. Die Sopranistin, manchmal etwas zu unkontrolliert in der Lautstärke, war klar in Aussprache und Höhe.

Der Höhepunkt des Abends gelang mit Mozarts Orgelsolomesse KV 259. Hier kam zum Chor und Orchester auch ein Solistenquintett zum Einsatz: Elise Ramondou und Pascale Varin, Sopran, Hicham Squalli, Countertenor, Markus Sontheimer, Tenor, und Jean-Laurent Cozy, Bassbariton. Es entstanden sehr präzise Abfolgen von Chor und Solisten, die ihre Parts stimmig und ausgewogen sangen, besonders Countertenor und Tenor passten mit weichen, geschmeidig eleganten Tönen in den Gesamtklang. Leichtigkeit und Präzision waren auch hier herausragende Merkmale bei allen Mitwirkenden.

Insgesamt zeigte sich das Orchester als sicherer Partner für den Chor und auch für die Solisten. Die Zuhörer bedankten sich am Schluss mit kaum enden wollendem Beifall.

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