Göppingen Moscheen öffnen ihre Türen

Göppingen / ULRIKE LUTHMER-LECHNER 06.10.2014
Für den „Tag der offenen Moschee“, der diesmal unter dem Motto „Soziale Verantwortung“ stand, interessierten sich viele Nicht-Muslime und machten sich in den drei Göppinger Moscheen mit den islamischen Ritualen vertraut.

Über 1000 Muslime trafen sich in der Moschee in der Göppinger Davidstraße zum traditionellen Freitagsgebet. Den eigenen Schuhen entledigt, strömten die Männer in den großen, nicht bestuhlten Betsaal, um dort die Predigt (Chutba) des Imam zu hören. Schuhe ausziehen mussten anschließend auch die zahlreichen Besucher, die sich für eine Führung in den Gebetsraum interessierten. Seit 1997 veranstalten die islamischen Religionsgemeinschaften in Deutschland jedes Jahr am 3. Oktober den „Tag der offenen Moschee“. Dabei gilt es, sich von den Facetten des muslimischen Gemeindelebens überraschen zu lassen und sich ein eigenes Bild über den Islam und die Muslime zu machen.

Die bundesweit durchgeführte Veranstaltung der geöffneten Moschee-Türen wird als gute Basis für den Dialog verstanden. Diesmal fand der Tag unter dem Motto „Soziale Verantwortung – Muslime für die Gesellschaft“, am Vortag des Kurbanfestes, des islamischen Opferfestes, statt. Dies ermöglichte Muslimen zu zeigen, welche Rolle das Opferfest für die soziale Verantwortung spielt. Der Leitgedanke folgte einer Aussage des Propheten Mohammed: „Der Beste unter den Menschen ist derjenige, der seinen Mitmenschen am nützlichsten ist“.

Das Opferfest vergegenwärtigt Jahr für Jahr die Dringlichkeit sozialer Verantwortung und erinnert daran, dass der eigene Wohlstand Ausdruck sowohl gottgegebener Barmherzigkeit, als auch Prüfung und Verantwortung gegenüber den Mitmenschen sei. Bayram Yardimci, Vorstandsvorsitzender des 400 Mitglieder starken DITTB Göppingen (Türkisch-Islamische Union), freute sich über die rund hundert Gäste, die die angebotenen Führungen wahrnahmen und betonte: „Zu uns dürfen aber auch an anderen Tagen gerne interessierte Menschen kommen, gleich welcher Herkunft, Hautfarbe und Religion, wir sind offen und transparent“.

Wie hier wurden auch im Türkischen Kultur- und Bildungszentrum in der Jahnstraße anlässlich des Kurbanfestes den Gästen selbstgebackene süße Spezialitäten angeboten. Ebenso ließen sich im Türkischen Kulturzentrum in der Mittleren Karlstraße die Besucher Baklava (Teig in mehreren Schichten mit Walnüssen und Sirup), Kurabiye (Plätzchen in verschiedenen Variationen) oder Talumba (frittierter Teig mit Sirup) schmecken. Zehra Celik, die eine großen Platte der leckeren Versuchungen bringt, lacht: „Hat meine Mama gebacken“. Für Dogan Tufan, Vorstandsvorsitzender des ATIB Göppingen, ist es ebenso wichtig wie seinen Kollegen aus den anderen Moscheen, dass Vorurteile und Ablehnung ausgeräumt werden. „Dies lässt sich nur durch das Kennenlernen und gemeinsame Gespräche erzielen“. Mit herzlicher Gastfreundschaft punkteten die Muslime allemal.

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