Kreis Göppingen Mordfall: Kripo sucht Zeugen

Kreis Göppingen / HELGE THIELE 03.04.2012
Der gewaltsame Tod einer 41-jährigen Göppingerin ist weiter ungeklärt: Der Ex-Freund des Opfers sitzt in U-Haft. Die Kripo sucht wichtige Zeugen.

Für die Ermittler der Göppinger Kriminalpolizei sind nach dem gewaltsamen Tod einer 41-jährigen Türkin noch viele Fragen offen. Heute wird das Opfer obduziert. Doch ob die Untersuchung Licht ins Dunkel bringt, was den genauen Tathergang betrifft, ist unklar. Immerhin hatte die Leiche rund fünf Wochen in einem Kellergewölbe der Geislinger Firma Hella gelegen. Der 43-jährige Ex-Freund der Getöteten, ein Türke aus dem Landkreis, hatte das Opfer dort versteckt. Seit Freitagabend sitzt der Mann wegen dringenden Mordverdachts in Ulm Untersuchungshaft.

Für die Polizei geht es darum zu klären, wie und wann die Frau zu Tode gekommen ist. Gegenüber den Ermittlern hatte der 43-Jährige in den ersten Vernehmungen eingeräumt, am Sonntag, 26. Februar, mit seiner früheren Lebensgefährtin in Streit geraten zu sein. Im Verlauf der Auseinandersetzung, die auf einem Parkplatz in Adelberg stattfand, habe er die Frau, die in Göppingen wohnte, an Händen und Armen gefesselt und ihr einen Kabelbinder um den Hals gelegt. Dann verfrachtete er die 41-Jährige in den Kofferraum seines dunkelblauen Fiats. Dort müsse die Frau erstickt sein. Der Streit, in dem es um das Sorgerecht für das gemeinsame vierjährige Kind ging, wurde zwischen 12 und 14 Uhr ausgetragen - vermutlich auf dem Parkplatz bei den Sportanlagen unweit des ehemaligen Wellenhallenbads Montemaris. Gegenüber der Polizei gab der Tatverdächtige an, in einer Entfernung von rund 40 Metern seien während des Streits mehrere Radfahrer vorbeigefahren.

Von diesen Zeugen erhofft sich die Kripo wichtige Erkenntnisse. Wer das streitende Paar beobachtet hat, wird daher gebeten, sich mit der Polizei unter Telefon: (07161) 63-2050 in Verbindung zu setzen. Da es an dem besagten Sonntagnachmittag recht frisch war, dürfte sich die Zahl der Radler, die unterwegs waren, in Grenzen halten.

Bei der Polizeidirektion Göppingen hielt man sich gestern bedeckt. Außer der Bitte an die Radfahrer, sich der Kripo als Zeugen zur Verfügung zu stellen, gab es aus taktischen Gründen keine weitere Stellungnahme zu dem Fall. "Die Ermittlungen dauern an", sagte Polizeisprecher Rudi Bauer.

Die getötete Frau war nach Informationen unserer Zeitung nicht nur Mutter des vierjährigen Kindes, um dessen Sorgerecht gestritten wurde. Die 41-Jährige hatte bereits zwei erwachsene Kinder - einen Sohn und eine Tochter.

In Gang gebracht hatte die Ermittlungen die jetzige Ehefrau des Mordverdächtigen. Die von dem 43-Jährigen getrennt lebende Türkin aus Geislingen hatte ihren Mann angezeigt, weil er ihr gegenüber die Tat gestanden habe. Auch dass die Leiche auf dem Gelände des Jalousinenherstellers Hella, wo er arbeitete, versteckt sei, habe er erzählt. Am Donnerstagabend nahm die Kripo den Verdächtigen fest, der zunächst alles bestritt. Am Freitagvormittag fand die Polizei die Leiche im Kellergewölbe. Noch am selben Abend wurde Haftbefehl erlassen.

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