Göppingen Möglicher Blitzer in der Lorcher Straße

Die B 297 ist in Göppingen seit längerem „Problemzone“ – Tendenz steigend.
Die B 297 ist in Göppingen seit längerem „Problemzone“ – Tendenz steigend. © Foto: Staufenpress
Göppingen / Arnd Woletz 17.04.2018
Die Stadt Göppingen will eine Geschwindigkeitsüberwachung auf der überlasteten Nord-Süd-Achse.

Die Lorcher Straße in Göppingen gilt aus unterschiedlichen Gründen als Horror-Strecke. Viele Autofahrer stöhnen über die ständigen Staus und Stockungen, die auf der vielbefahrenen Nord-Süd-Verbindung herrschen – besonders, seit die Reuschstraße als Ausweichroute gesperrt ist. Anwohner klagen über immer dichtere  Brummi-Kolonnen und die Raser auf der Strecke. Bei der Stadtverwaltung ist das Problem seit langem bekannt, wie Baubürgermeister Helmut Renftle jetzt erinnerte, als die Straße, auf der im südlichen Teil durchschnittlich 24.000 Autos pro Tag fahren, jetzt wieder Thema in einem Gemeinderatsauschuss war. Auslöser war ein Anwohnerbrief mitsamt Unterschriftenliste. Darin wird die Stadtverwaltung aufgefordert, etwas gegen die Belastung  zu unternehmen.

Die B 297 sei mit dem Lkw-Lenkungskonzept vor sechs Jahren vom Land bewusst zur Schwerverkehr-Strecke zwischen Fils- und Remstal erklärt worden, so Werner Hauser, Leiter des Fachbereichs Tiefbau, Umwelt und Verkehr. Proteste der Stadt hätten damals nichts gebracht. „Das Problem wird man nicht wegdiskutieren können“, sagte auch der Baubürgermeister. Untätig ist die Verwaltung aber nicht, wenn es um dieses Sorgenkind geht. Bereits vor vier Jahren, als erstmals der Lärmaktionsplan diskutiert wurde, hat die Verwaltung vorgeschlagen, Tempo 30 oder 40 auf der B 297 zu beantragen. Die Mehrheit im Gemeinderat spielte damals aber nicht mit. Nun soll der Lärmaktionsplan im Frühsommer wieder auf die Agenda gesetzt werden. Außerdem werde die Stadt beantragen, auf der Strecke eine stationäre Radarfalle aufzustellen, die auch Rotlichtsünder dingfest macht, sagte Werner Hauser. Weil die Lorcher Straße eine Bundesstraße ist, muss aber das Regierungspräsidium in Stuttgart zustimmen.

Nicht unwidersprochen blieb im Ausschuss der Vorwurf der Anwohner, es werde auf der Passage auf Höhe des Landratsamtes so gut wie nie kontrolliert. Die Zahl von 72 Tempo-Kontrollen auf der Bundesstraße in den vergangenen 15 Jahren führte der Fachbereichsleiter ins Feld. Lediglich zwei Prozent der Fahrer seien dabei mit zu hoher Geschwindigkeit ertappt worden.

Ein Unfallschwerpunkt sei die Lorcher Straße beileibe auch nicht, stellte FWG-Stadtrat Rudi Bauer klar, der im Hauptberuf Pressesprecher der Polizeipräsidiums Ulm ist. Angesichts der unglaublichen Verkehrsmenge komme es zwar immer wieder zu Unfällen, eine auffällige Häufung sei das aber nicht.

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