Moderne Mütter

SWP 12.05.2012

Eine gute Mutter sein und trotzdem arbeiten? Funktioniert nicht, sagen die einen, klappt prima, finden die anderen. Fünf Mütter erzählen, wie sie Familie und Beruf unter einen Hut bringen. Dabei wird eines klar: Entspannt zu arbeiten funktioniert nur, wenn die Mütter wissen, dass der Nachwuchs gut betreut wird.

Von Sabine Ackermann

Gerade am Dienstagmorgen bin ich zu einer wichtigen Entsorgungsmesse nach München gefahren. Obwohl meine Tochter Fieber und Halsweh hatte. Bin ich jetzt eine Rabenmutter?", fragt Beate Schwarz mit einem Augenzwinkern. "Wir finden unsere Mutter cool und sind mächtig stolz auf sie", sind sich dagegen die zwölfjährige Julia und ihr drei Jahre jünger Bruder Louis unisono einig. Stimmt. Man spürt förmlich die Verbundenheit.

Beate Schwarz, alleinerziehend und Geschäftsführerin in gleich vier Unternehmen kann man mit Fug und Recht als vollberufstätige Mutter bezeichnen. Und gerade deshalb seien Oma und Opa, Smartplant, Kalender sowie Handy nebst der Haushaltsperle ein wahrer Segen. "Ohne diese Hilfen geht gar nichts", sagt die Göppingerin lachend. Trotzdem gelte jeder Tag als neue Herausforderung, wobei eine strukturierte Planung das A und O sei.

"Meine Kinder und ich besprechen den nächsten Tag stets beim Abendessen. Da legen wir alle großen Wert drauf. So weiß jeder, wo gerade wer ist und Louis und Julia lernen sich selbst zu organisieren", verrät die 46-jährige Unternehmerin. Überhaupt ist sie mit ihren Kindern ständig im Dialog und versucht ferner, Termine wie Elternabende einzuhalten.

Doch im Gegensatz zu anderen berufstätigen alleinerziehenden Müttern, leitet Beate Schwarz nicht nur tagsüber die Firmengeschicke, sondern muss abends gleichermaßen geschäftlich präsent sein. Da kann es mal passieren, dass der Neunjährige mittels imaginären Bauchwehs seiner Mama das "Kannst-du-heute-hierbleiben-Zeichen" sendet. "Passiert anderswo auch", bemerkt die Geschäftsfrau. Denn die Kinder wissen um den Fulltime-Job ihrer Mutter, so lernten sie quasi das Büro bereits als Säuglinge kennen.

Sohn Louis sieht sich als Mann im Haus, übernimmt selbstredend Aufgaben wie Rasen mähen oder Schnee schippen und überrascht als Meisterkoch die Mama mit Rindsrouladen vom Feinsten. Tochter Julia ist sehr weit für ihr Alter und tanzt sie gerade nicht Hip-Hop, schaut sie im Haus nach dem Rechten. Ein Leben ohne Arbeit - für Beate Schwarz undenkbar. "Mir würde die Herausforderung fehlen. Schließlich lobt einen zuhause keiner mit Sätzen wie: "Du hast aber die Wäsche besonders schön gewaschen."