Vor unvorstellbarer langer Zeit, vor mehr als 2000 Jahren, damals, als es noch keine Autos, kein Handy und nicht mal elektrisches Licht gab, handelt die Geschichte“, verrät die Stimme hinter der Puppenbühne. Rappelvoll ist es im CasaNova in Rechberghausen und selbst als die Weihnachtsgeschichte schon im vollen Gange ist, will der Besucherstrom einfach kein Ende nehmen. Sinngemäß übernommen orientiert sich die mobile Marionettenbühne Kirchheim am Lukasevangelium. „Du wirst ein Kind zur Welt bringen, ein ganz besonderes“, sagt der Erzengel Gabriel zu Maria und ehe man sich´s versieht, ist er schon wieder weg. Maria ist ganz seltsam zu Mute, „habe ich das alles nur geträumt“?, fragt sie Josef, bevor sich beide mit ihrem Esel auf nach Bethlehem machen.

Wichtig ist es den Marionettenspielern, die Geschichte auch den Jüngsten verständlich und interessant zu machen – und das gelingt Margit und Uwe Heitel aus Kirchheim dank ihrer fein dosierten lustigen Elemente wunderbar. Besonders der sprechende Esel hat es den Kleinen angetan, ganz schön keck, wie er alles nachplappert was Josef ihm sagt. „Oje, so ein Dackel“, seufzt dieser, bevor er müde von der langen Wanderschaft einschläft und laut zu schnarchen beginnt.

Weitere Figuren neben dem Hirten sind eine Handvoll mähender Schafe sowie die „Heiligen drei Könige“ Kaspar Melchior und Balthasar, denen die zwei Protagonisten jeweils signifikante Stimmen geben. Als sie nach der Niederkunft Marias mit einem Fernrohr den leuchtenden Königsstern am Firmament entdeckt haben, schauen sie in alten Schriften nach, was jeder von ihnen als Geschenk mitbringen könnte. „Wir müssen hin, lasst uns die ersten sein“, machen sich die drei Heiligen auf den Weg. Zuvor mussten sie aber erst mal Melchior aufklären. Denn der König mit der lustigen Stimme kannte nur Gold und Weihrauch, verwechselte zur Erheiterung aller doch glatt Myrrhe mit Möhrchen. „Hat das Kind einen Hasen?“, fragt er zur Sicherheit nochmal nach.

Seit 2005 haben sich Uwe und Margit Heitel dem Marionettenspiel verschrieben, darunter sind auch klassische Stücke von den Gebrüdern Grimm. Ihre etwa 40 Zentimeter hohen Spielfiguren entwerfen und stellen sie wie die Tiere, Kostüme und das Bühnenbild selbst her. „Der Körper ist immer aus Holz, bei manchen Marionetten sind die Hände und der Kopf aus einer Modelliermasse“, erklärt der Kirchheimer Uwe Heitel, der auch als Musiker bekannt ist.