Advent Mit Laternen und Geschichten auf den Berg

Gräfin von Degenfeld-Schonburg verteilt Plätzchen. 
Gräfin von Degenfeld-Schonburg verteilt Plätzchen.  © Foto: Schmidt
Hohenstaufen / Werner Schmidt 04.12.2018

Mit goßen Augen verfolgten die vielen Kinder zwischen „Himmel und Erde“ auf dem Hohenstaufen die spannenden Geschichten. Die erzählte eine echte Gräfin: Rose-Marie Gräfin von Degenfeld-Schonburg schon. „Bergglimmen“ hieß es nun schon zum vierten Mal. „Es ist seit Jahren Tradition, dass ich Geschichten erzählen darf, was ich mit großer Freude mache“, freute sich die Blaublüterin während die Kinder mit ihren Laternen noch die Kaisersteige erklommen.

Ursprünglich sollte die kleine Adventsfeier im Freien stattfinden: „Bei schönem Wetter wird gegrillt“, erklärte Veranstalter Andreas Schweikert. Aber an diesem Sonntagabend nieselte es und es schien sogar, als wolle der Regen sich steigern. Daher packten die Musiker Michael Alföldy, Wolfgang Schiller und Harry von Schild ihre Instrumente, die Noten und den Verstärker und bauten alles in der kleine Gaststube auf, die bald schon eine drangvolle Enge aufwies. Dort spielten sie das Lied von der kleinen Laterne, die von Kinderhänden aus Papier, Kleber und viel Geschick gebaut wird.

„Es ist das vierte Mal, dass wir das Bergglimmen veranstalten“, sagte Andreas Schweikert, der der Zeit schon wieder voraus ist. „Im nächsten Jahr wollen wir es da drüben am Lindenplatz machen. Dazu beleuchten wir die Linden“, sagte er und weiß offenbar schon, wie es aussehen wird und wie sich der dann illuminierte Kaiserberg von unten, von Hohenstaufen, Wäschenbeuren oder sogar Göppingen ansehen wird.

Derweil berichtet Gräfin von Degenfeld drinnen von den Weihnachtswünschen der Tiere. Und vier Tage vor Nikolaus erzählt sie auch, wie es dazu kam, dass am 6. Dezember die Schuhe der Kinder gefüllt werden. Denn Nikolaus war einst ein Bischoff in Myra. Die Stadt liegt heute in der türkischen Provinz Antalya und heißt nicht mehr Myra. Aber damals, so knapp 300 Jahre nach Christi Geburt, wurde der beliebte Bischoff Nikolaus mitten in einem kalten Winter überfallen und ausgeraubt. Ein armer Junge, der sich keine Schuhe leisten konnte und mit seinem Esel unterwegs war, fand ihn und nahm ihn mit in den nächsten Ort, wo der Bischoff gepflegt wurde.

Der Junge aber schlief im Stall. Als er am Morgen erwachte, fand er neben seinem Strohbett ein Paar wunderbare warme Stiefel gefüllt mit Essen und zwei Goldstücken. Mit den Stiefeln fror er nie wieder an seine Füße, denn sie wuchsen mit ihm.

Atemlos lauschten Kinder wie Erwachsene beim Bergglimmen dieser Legende und waren dadurch offenbar auch hungrig geworden. Sie ließen sie sich Weihnachtsplätzchen schmecken, die die Gräfin verteilte und anschließend gab es auch noch Suppe mit Würstchen. So gestärkt konnte man den Abstieg von der Burg wagen, dieses Mal aber im Trockenen, denn der Regen hatte aufgehört.

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