Abstraktion Mit Ellbogen und Farbe zur großen Kunst

Für ein künstlerisch gestaltetes Bild reicht manchmal auch der eigene Ellbogen.
Für ein künstlerisch gestaltetes Bild reicht manchmal auch der eigene Ellbogen. © Foto: Staufenpress
Von Luisa Wellert 18.03.2017

„Wo ist denn jetzt eigentlich der Künstler?“ fragte eines der sechs Museumskids, die am Donnerstag in der Göppinger Kunsthalle Ralf Ziervogel mit Fragen löchern durften. Die Kinder sind im Grundschulalter und treffen sich unter Leitung von Rita Schaible-Saurer einmal monatlich. „Wir basteln, malen und gucken Ausstellungen an“, erzählte einer der Nachwuchskünstler. Obwohl sie einen Künstler mit Malerkittel erwartet hatten, fanden sie sich auch mit den Wildlederschuhen und dem schwarzen Mantel Ralf Ziervogels ab. Er ließ die Kinder seine schwarz-weißen Zeichnungen bewundern und erklärte, wie er mit dem Körper als Werkzeug, Bewegung in den Bildern schafft. Seine Kunstwerke lassen zugleich menschliche und tierische Wesen erkennen. Aus Gouache und Tinte schafft er Arbeiten, die in ihrer eigenen Rhythmik und Dynamik funktionieren. Mit winzig kleinen Worten, die kaum zu identifizieren sind, schafft er Verbindungen.

Begeistert sahen die Museumskids ihrem Vorbild dabei zu, wie er zierliche Buchstaben mit einem sehr dünnen japanischen Stift zu Papier brachte.„Worte und Bilder entstehen bei mir gleichzeitig und sind aufeinander abgestimmt“, erzählt Ziervogel. Ob seine Bilder wohl jemals mit der von ihm intendierten Bedeutung interpretiert wurden? „Nie“, lacht er, „nie werden sie richtig interpretiert“. Allerdings seien, so sagt er, die eigentlichen Bedeutungen auch relativ uninteressant und man könne die Zeichnungen natürlich unendlich interpretieren. Nachdem die Kinder einiges über den Künstler erfahren hatten, machten sie sich selbst ans Werk, um mit Ziervogels Technik eine Wand des Museumscafés selbst zu gestalten. Morgen wird die Ausstellung von Ralf Ziervogels Werken um 18 Uhr in der Göppinger Kunsthalle eröffnet. Bis zum 14. Mai können sie bewundert werden.