Göppingen Mit Diabetes lange leben

Interessante Informationsstände rundeten das Angebot beim gut besuchten Göppinger Diabetikertag ab.
Interessante Informationsstände rundeten das Angebot beim gut besuchten Göppinger Diabetikertag ab. © Foto: Staufenpress
ANNEROSE FISCHER-BUCHER 06.10.2014
Viele erhellende Fachvorträge von medizinischen Spezialisten, dazu einige Informationsstände und ein reger Publikumszuspruch - das ist die Bilanz des Diabetikertags. Der Volkskrankheit den Kampf ansagen.

Viele Menschen sind am Samstag zum Göppinger Diabetikertag in die Stadthalle gekommen, um sich an zahlreichen Ständen von Ausstellern zu informieren und hochkarätige medizinische Fachvorträge in leicht verständlicher Sprache auch für Laien zu hören.

Wenn man es genau nimmt, liefen eigentlich alle Vorträge in ihren Empfehlungen auf das Gleiche hinaus: Die Menschen sollten vernünftig und gesund essen - also nicht zu viel Fett und vielseitige Kost, auf viel Bewegung sowie auf einen gesunden Blutdruck achten und ihn gegebenenfalls vom Arzt einstellen lassen. Sie sollten den Blutzucker kontrollieren und ihn ebenfalls richtig einstellen lassen.

"Kümmern Sie sich um ihre Gesundheit", sagte Oberärztin Dr. Bettina Born von der Steinenberg Klinik in Reutlingen, die über die Ursachen von kalten Füßen, Kribbeln und Schmerzen in den Beinen referierte. Auch sie empfahl viel Bewegung, eine vernünftige Ernährung sowie Anstrengungen, um Cholesterin und Blutdruck zu senken. Außerdem solle man nicht rauchen, denn das Fußsyndrom sei eine Nervenschädigung durch Diabetes, auch Durchblutungsstörungen und Gicht nähmen zu.

Chefarzt Dr. Eberhard Siegel vom St. Vincentius-Krankenhaus Karlsruhe sprach davon, dass man Diabetes als Krankheit nicht allein sehen dürfe, sondern das gesamte Umfeld betrachten müsse. "Jeder mit Insulin behandelte Patient sollte sein eigener Arzt sein", betonte er bei seinem Vortrag über die Therapiemöglichkeiten bei Diabetes Typ 1 und 2. Er stellte die Bedeutung der Bewegung für einen positiven Verlauf heraus: Naturvölker liefen etwa zehn Kilometer pro Tag, während wir uns heute etwa im Durchschnitt nur 500 Meter bewegten.

Professor Dr. Stephen Schröder von der Klinik am Eichert stellte als Kardiologe die Funktion und Bauweise des Herzens vor. Herz-Kreislauf-Erkrankungen seien bei uns immer noch die Todesursache Nummer eins. "Stellen Sie sich 9000 Maß Bier beim Oktoberfest vor, das ist die Menge an Blut, die unser Herz täglich transportieren muss." Im Landkreis Göppingen gebe es etwa 150 Herzinfarkte pro Jahr, aber der Rettungsdienst sei gut aufgestellt. Bei unklaren Beschwerden müsse man zur Lebensrettung unbedingt die Alarmkette anwerfen, empfahl er.

Vorträge über den Magen (Professor Dr. Riedl von der Klinik am Eichert, Göppingen), über Leberverfettung und Diabetes (Professor Dr. Andreas Schuler von der Helfenstein Klinik Geislingen), über Schlaganfall (Professor Dr. Norbert Sommer vom Christophsbad Göppingen) waren weitere Punkte im Tagungsprogramm.

"Special guest" Dr. Albrecht Gerstenberger war eigens von Norwegen angereist - er hatte den Flieger trotz Pilotenstreiks gerade noch erreicht -, um in kurzweiliger Präsentation über neueste Forschungsergebnisse im Bereich der Augenerkrankungen bei Diabetes zu berichten.

Nach einem einleitenden Liedvortrag durch Kinder der Jugendmusikschule Geislingen und einem Grußwort von Geschäftsführer Johannes Bauernfeind von der AOK Neckar-Fils, hatte Dr. Firuz Sadr die Tagung moderiert, bei der zahlreiche Aussteller Hilfsmittel, Dienste und Beratung präsentierten. Kewal Lekha vom Diabetiker-Bezirksverband Göppingen hatte den erfolgreichen Infotag organisiert.

Eine Tombola, die schon fest zum Diabetikertag-Programm gehört, enthielt Preise, welche viele regionale Firmen gestiftet hatten. Die Einnahmen fließen einem guten Zweck zu.