Die Gründung des Demenz-Netzwerkes Landkreis Göppingen sei ein wichtiger Schritt, um gemeinsam mit den Akteuren landkreisweite Initiativen zu starten, die Vernetzung und Öffentlichkeitsarbeit voranzubringen, so unterstrich der Landrat. "Es geht vor allem darum, Wege und Antworten zu finden, damit die Menschen auch mit Demenz würdevoll und zufrieden leben und so lange wie möglich am Gemeindeleben teilhaben können. Dafür brauchen wir einen demenzfreundlichen Landkreis und demenzfreundliche Kommunen", unterstrich Wolff beim Auftakt.

Mit dem Motto "Wenn ihr wüsstet! Demenz als Herausforderung verstehen" möchte der Landkreis einen Bewusstseinswandel in der Bevölkerung einleiten, den Blick auf Demenz verändern. "Menschen mit Demenz dürfen keine Randgruppe an ihren Wohn- und Lebensorten werden", forderte der Landrat. Ziel sei es, dass viele Städte und Gemeinden einsteigen und das Thema Demenz vor Ort transparent machen, wie dies in den Städten Geislingen, Göppingen und bald auch in Eislingen/Fils geschieht. Eine engagierte Gruppe im grünen Outfit setzte Impulse und stimmte mit Gedankensplittern aus der Sicht von Betroffenen, Angehörigen und von Mitmenschen auf das Thema Demenz ein wie z.B. "Wie weh es tut, dass meine Mutter jetzt Mama zu mir sagt".

Wie können wir der Herausforderung Demenz begegnen? Dazu gab es Statements von Fachleuten aus verschiedenen Blickwinkeln. "Ich begrüße es sehr, dass es nun ein Demenz- Netzwerk auf Landkreisebene gibt", betonte Dr. Michael Grebner, Kreisrat und Leitender Oberarzt der Klinik für Gerontopsychiatrie im Christophsbad Göppingen. Er kenne die Tragik, die mit Demenz einhergeht, machte aber deutlich, dass es sehr wichtig sei, Betroffene mit sozialen Aktivitäten aus ihrer Einsamkeit herauszuholen.

Ebenso seien pflegende Angehörige auf Unterstützung von außen angewiesen, um auch eine Isolation durch die Pflege zu vermeiden. "Für Angehörige ist es ein schwieriger Prozess, bis sie fremde Hilfe annehmen", gab Martina Zeller-Mühleis, Kreisrätin und Pflegedienstleitung der Diakoniestation Göppingen zu bedenken.

Eine der ersten Initiativen des Netzwerkes werden eine Demenzkampagne und ein Patenschafts-Projekt sein, das vor allem alleinstehende Menschen im Fokus hat.