Stühle auf dem gepflegten Rasen, frisches Grün überall, viele gut gelaunte Festgäste, teils mit Gläschen in der Hand, darüber Sonne und Wolken. Eine Hochzeit im Schlossgarten? Nein, geheiratet wurde nicht auf Filseck, gefeiert wurde trotzdem. Die Eröffnung des Landschaftsparks Schloss Filseck stand auf dem Programm, und trotz fehlender Hochzeit haben sich hier zwei gefunden: Der Landkreis Göppingen und die Schloss-Filseck-Stiftung der Kreissparkasse. Beide zusammen haben das Projekt Schloss Filseck in den vergangenen Jahren gestemmt, als Schlusspunkt ist der Landschaftspark jetzt fertig.

Das Schloss ist ein Treffpunkt für Vereine geworden, mit viel Platz für Kultur, das Kreisarchiv, ein Restaurant, eine Gartenwirtschaft, den Schlosspark und jetzt auch den Landschaftspark. „Ein Leuchtturm im Landkreis und in der Region Stuttgart“, sagt Landrat Edgar Wolff. Er erinnert auch an die vergangenen fast 50 Jahre, in denen aus der „Ruine mit Dach“ eine „Perle des Filstals“ geworden ist. Am 8. Mai 1971 brennt es auf Filseck, davon erholt sich das Gebäude lange nicht.

Die Übernahme der Anlage durch den Landkreis im Juli 1986 ist „die Rettung in letzter Minute“, damals gründet sich auch der bis heute aktive Förderkreis Schloss Filseck. Bis Mitte der 90er Jahre wurden 11,5 Millionen Euro in den Wiederaufbau und die Renovierung investiert. 2008 ist es dann soweit, der Landkreis hat in der von der Kreissparkasse eigens gegründeten Schloss-Filseck-Stiftung einen verlässlichen und auch finanzstarken Partner für den Schlossaufbau gefunden.

Hauptgebäude, Innenhof, Pumpenhäuschen und Schlosspark sind schon länger fertig und jetzt auch der Landschaftspark. Edgar Wolff, der auch Vorsitzender des Filseck-Stiftungsrates ist, hebt die Bedeutung des Schlosses für den Landkreis Göppingen hervor. „Kulturlandschaft und Kulturdenkmäler prägen das Gesicht des Landkreises, sie sind Teil der Identität und der Heimatverbundenheit.“ Allein für den Landschaftspark hat die Schloss-Filseck-Stiftung eine Million Euro investiert, 200 000 Euro kamen von der Region Stuttgart, und auch die Städte Göppingen und Uhingen haben zum Gelingen beigetragen. Auf Uhinger Markung steht das Schloss.

Uhingens Bürgermeister Matthias Wittlinger erinnert an die vielen Diskussionen im Vorfeld und während des Laufs der Renovierung. Und er erinnert sich an seinen Antrittsbesuch im Landratsamt nach seiner ersten Wahl zum Bürgermeister im Jahr 2005. Der damalige Landrat Franz Weber habe ihm damals Filseck zum Kauf angeboten, „ich habe das Angebot freundlich abgelehnt“. Denn, und hier war er sich mit dem heutigen Landrat Wolff einig, „allein“ – also ohne die Stiftung – „hätten wir das nicht geschafft“.

Aber die zwei, Landkreis und Stiftung, waren es ja nicht allein. Dr. Hariolf Teufel, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse und Vorsitzender des Stiftungsvorstands, hebt die Zusammenarbeit mit dem Landkreis und den beteiligten Städten hervor, aber auch den Einsatz des Förderkreises. Und den Einsatz von Thomas Wolf, des Geschäftsführers der Stiftung, der „unglaublich viel Herzblut“ mit eingebracht hat und der gestern im Schlosspark krankheitsbedingt fehlte. Und dann kommt der Banker bei Teufel durch: „Heute wird etwas übergeben, was jedes Jahr zehntausende Menschen erfreuen wird. Da haben wir als Investor das Geld sehr, sehr gut angelegt.“

Landschaftspark mit Wanderwegen


Wege Auf mehreren Wanderwegen können Besucher den Landschaftspark rund ums Schloss durchstreifen: auf der „Schloss-Filseck-Runde“ mit 3,6 Kilometern und auf dem „Großen Rundweg“ mit 9,4 Kilometern. Der lässt sich im Wald oberhalb des Schlosses auch abkürzen, so sparen Wanderer einen Kilometer.

Stationen Auf und an den Wegen gibt es viele Stationen wie das Kugelnest zum Reinklettern, den schwebenden Pfad durch den Wald und den Charlottensee. Die Seniorenschaukel sorgt mit Aussicht ins Voralbgebiet für die Horizonterweiterung aus dem Filstal hinaus.