Kreis Göppingen Mit Aschekreuz in die Passionszeit

Im Gottesdienst am Aschermittwoch wurde in Kirchen im Kreis - wie hier in St. Sebastian in Geislingen - Asche auf das Haupt gestreut. Foto: Markus Sontheimer
Im Gottesdienst am Aschermittwoch wurde in Kirchen im Kreis - wie hier in St. Sebastian in Geislingen - Asche auf das Haupt gestreut. Foto: Markus Sontheimer
Kreis Göppingen / ELKE BERGER 24.02.2012
Die Fasnet ist vorbei, nun kommt die Zeit der Buße. Während der 40-tägigen Passionszeit gibt es in der katholischen Kirche einige Rituale. Dazu gehören Gottesdienste mit Aschestreuen und das Hungertuch.

Die Büttenreden sind verhallt, die Rathäuser zurückerobert, die Narrenkostüme hängen wieder im Schrank. Nun ist die Zeit, in der sich die gläubigen Menschen an das Leiden und Sterben Jesu erinnern sollen. Die 40-tägige Bußzeit ist eine Gelegenheit, den Weg zu sich selbst zu finden, auch für Nicht-Gläubige. "Viele begehen die Fastenzeit mit einer Einschränkung ihrer Ess- oder Lebensgewohnheiten", erklärt der Göppinger Dekanatsreferent Felix Müller. Doch nicht alleine das Fasten zeichne die Bußzeit aus. "Innere Einkehr und die Hinkehr zu Gott sollten im Mittelpunkt stehen." Die Liturgie nennt verschiedene Rituale, die in der Passionszeit zelebriert werden.

Zwei Beispiele für diese Zeremonien sind das Spenden des Aschekreuzes und das Aufhängen des Hungertuchs. Auch in vielen katholischen Kirchen im Kreis Göppingen wurde am Aschermittwoch Abends den Kirchgängern entweder ein Kreuz mit Weihwasser und Asche auf die Stirn gezeichnet oder etwas Asche auf den Kopf gestreut. "Die Asche steht für Vergänglichkeit und soll uns an die Zerbrechlichkeit des Lebens erinnern", erklärt Dietmar Hermann, katholischer Dekan des Dekanats Göppingen-Geislingen. Die Asche für das Ritual stammte aus der Verbrennung der Palmzweige vom Jahr zuvor.

Auch das Hungertuch ist ein Bestandteil der Passionszeit. Es ist ein Schmucktuch, das das katholische Hilfswerk Misereor alle zwei Jahre von einem Künstler aus der Dritten Welt neu gestalten lässt. 2011 war es Sokey A. Edorth aus Togo, der das Leben der Menschen in Afrika als Bildmotiv gewählt hat. Es steht unter dem Motto "Menschenwürdig leben. Überall!" und zeigt Leben, Arbeit und Elend in Afrika. "Das Hungertuch steht für die Fastenzeit. Es soll uns an die Armut in anderen Ländern erinnern und uns helfen, die Welt durch andere Augen zu sehen", beschreibt Hermann. Es soll mahnen, dass wir mehr als genug zu essen haben und wir mit den Menschen in armen Ländern teilen sollen. Das Tuch hängt deutschlandweit in fast jeder katholischen Kirchengemeinde und verdeckt traditionell die Altarbilder. Zu Gunsten von Misereor wird eine große Kollekte am Passionssonntag, zwei Wochen vor Ostern, veranstaltet.