Holzheim / Evelyn Krix  Uhr
Die Choreo-Bots aus Holzheim und deren Jugendgruppe ertanzten sich erneut den deutschen Meistertitel: Sie dürfen zur Weltmeisterschaft in die USA reisen – wenn da nicht das Finanzierungsproblem wäre.

Es ist der vierte Deutsche Meistertitel, die neunte Top-Drei-Platzierung und die dritte Qualifikation für die Weltmeisterschaft in Folge – die vierte insgesamt: 2014, 2017, 2018 und jetzt 2019. Die Hip Hop-Tanzgruppe Choreo-Bots aus Holzheim surft weiter auf der Erfolgswelle und hat in diesem Jahr wieder zwei deutsche Meistertitel geholt und sich mit ihrer Jugendgruppe Stamp und der Mega Crew bei der Weltmeisterschaft in den USA qualifiziert. „Wir sind ganz glücklich mit der Platzierung“, sagt Choreograf Daniel Fernandez. Nur in der Erwachsenen-Kategorie waren andere besser: Die Holzheimer erreichten den vierten Platz.

„In der Vorrunde waren wir schon auf Platz Eins“, der Abstand zur anderen Mega Crew mit 0,25 Punkten sei für Wettkampfverhältnisse groß. Im vergangenen Jahr hatte dieser Vorsprung aber nicht geholfen: 2018 konnten die Choreo-Bots den ersten Platz nicht halten und tanzten sich auf Platz zwei. Sie wussten: „Wir müssen jetzt richtig aufdrehen – nicht, dass uns das nochmal passiert.“ Mit dem Ehrgeiz wurde der Abstand zum Gegner größer: 7,08 Punkte bekamen die Choreo Bots, der Zweitplatzierte schaffte 6,76 Punkte. „Die Jury kam zu uns“, erzählt Fernandez, und vergab lobende Anerkennung und Würdigung, dass sich die Tänzer aus der Region nochmal durchbissen.

„Wir haben uns vier Monate auf die Deutsche Meisterschaft vorbereitet und haben wirklich sehr viel Arbeit reingesteckt“, erzählt der Trainer. Etwa 25 Stunden – eher mehr, sagt er – hat das Team jedes Wochenende trainiert. „Dadurch haben wir uns natürlich erhofft, dass wir wieder die Top Drei erreichen.“ Die Anstrengung hat sie mit mehr belohnt. Ein gutes Gefühl für alle, sagt Fernandez: „Das motiviert natürlich für die Weltmeisterschaft.“

Das Training geht direkt weiter, auch die Planungen: „Dadurch, dass die Deutsche Meisterschaft dieses Jahr später war, bleiben uns nur zwei Monate Zeit, um uns vorzubereiten“, sagt der Gruppengründer. Es gibt aber Probleme: Für die Mega Crew müssen schnell neue Mitglieder gefunden werden. Von sieben Stammtänzern sind zwei ausgefallen. Nächste Woche Freitag wird gecastet. „Meine Jugendlichen, die Stamp-Gruppe, wird sicher rüber fliegen. Das ist die einzige Gruppe, bei der wir nur einen Ersatz brauchen.“ Außerdem steht im Raum, ob die Erwachsenen-Gruppe nachrücken darf.

Es fehlt Geld

Eine komplett neue Gruppe soll nicht entstehen, dennoch versuchen so viele wie möglich, mit in die USA zukommen: „Das ist meistens nicht eine Frage des Willens oder Krankseins, sondern es ist einfach die finanzielle Geschichte.“ Drei Jahre in Folge für die Weltmeisterschaft nach Phoenix zu fliegen, können nicht alle stemmen.

Noch ist die Frage, ob die Mega-Crew antreten kann: „Da sind wir qualifiziert, aber je nachdem wie die Mitglieder die Kosten aufbringen können, werden wir mit denen rüber fliegen.“ Würden die Choreo-Bots von Sponsoren unterstützt werden, wäre das kein Problem, sagt der Choreograf: „Das ist jetzt unsere vierte WM und wir hoffen einfach, dass langsam jemand Großes auf uns aufmerksam wird, der für uns die Finanzierung ein bisschen einfacher macht.“

Gemeinsam gegen andere tanzen

Tänzer 16 Personen der Choreo-Bots sind zur Deutschen Meisterschaft nach Hannover gefahren.

Kategorien In drei von fünf Kategorien haben sie getanzt: Jugend, Erwachsene und Mega Crew. In letzterer stehen zwischen 10 und 40 Tänzer auf der Bühne. Das Alter ist nicht begrenzt.

Konkurrenz Im Halbfinale sind die Jugendlichen gegen 14 andere Gruppen angetreten, im Finale waren noch acht Gruppen dabei. Die Mega Crew kämpfte im Finale gegen fünf andere Gegner.