Göppingen Migration in Bildern

So sehen die Plakate aus, die die Schüler zum Thema Migration gestaltet haben.
So sehen die Plakate aus, die die Schüler zum Thema Migration gestaltet haben.
Göppingen / SWP 05.04.2012
Migrationsgeschichten - unter diesem Titel wurden kürzlich im Foyer der Walther-Hensel-Schule Arbeiten von Schülern gezeigt, die erst vor Kurzem aus dem Ausland nach Deutschland gezogen sind.

Die Ausstellung im Foyer der Göppinger Walther-Hensnel-Schule zeigte Gemälde, die die Schüler in ihrem Heimatland darstellen. Sie gab Aufschluss über Migrationsgründe und über das Erleben von Fremdsein in Deutschland. In eindrucksvollen Collagen stellten Schüler ihr Leben im Heimatland dem Leben in Deutschland gegenüber.

In den Vorbereitungsklassen der Walther-Hensel-Schule werden Schüler ohne beziehungsweise mit geringen Deutschkenntnissen unterrichtet, die seit kurzer Zeit in Deutschland leben. Die Kinder und Jugendlichen erhalten intensiven Sprachunterricht und werden dabei unterstützt, sich zeitnah in Regelklassen zu integrieren. Die Altersspanne in der Klasse reicht von acht bis 17 Jahren.

Die Schüler bringen unterschiedliche kulturelle Hintergründe und Prägungen mit. Die Gründe für ihre Migration nach Deutschland sind so vielfältig wie ihre Lebensgeschichten und ihre Schulbiographien. Während des ganzen Jahres finden immer wieder Aufnahmen statt, je nach dem, wann die Kinder und Jugendlichen in Deutschland einreisen. Derzeit besuchen 27 Schüler die zwei Vorbereitungsklassen.

Um den Herausforderungen gerecht zu werden, die die Klasse mit sich bringt, wurde zum September 2010 aus Mitteln des Bundesprogrammes "Vielfalt tut gut - Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie" eine sozialpädagogische Begleitung für die Vorbereitungsklasse eingerichtet. Ziel dieser Stelle in Trägerschaft der SOS-Kinder- und Jugendhilfen Göppingen ist es, die Schüler bei der Integration an der Schule, aber auch in Göppingen allgemein, zu unterstützen.

Die Konzeption der Sozialpädagogischen Begleitung sah für die erste Hälfte des laufenden Schuljahres die Auseinandersetzung der Kinder mit der jeweils eigenen Geschichte vor. "Die Reaktionen der Schüler auf dieses Thema waren sehr unterschiedlich", berichtet Beate Wagner, Sozialpädagogin und Mitarbeiterin der SOS-Kinder- und Jugendhilfen. Während manche sehr ausführlich und freudig über ihr Leben im Herkunftsland berichteten und gerne über die Gründe für die Migration sprachen, brachten es andere nicht übers Herz, sich überhaupt mit diesem Thema zu befassen. Sie waren bereit zu beschreiben, wie es ihnen in Deutschland seit ihrer Ankunft erging und was sie als besonders fremd erlebten. Ihre Geschichte vor dem Tag der Einreise blieb jedoch Tabu. Traumatische Erfahrungen im Herkunftsland nehmen ihnen die Fähigkeit, über ihre Erfahrungen zu berichten. Auch schwebende Asylverfahren und die damit verbundene Unsicherheit erschweren es vielen Schülern, über ihre Geschichte zu sprechen.

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