Justiz Medikament zu hoch dosiert - Patientin in Klinik gestorben

Wegen eines Todesfalls im Göppinger Klinikum Christophsbad müssen sich drei Ärztinnen vor Gericht verantworten.
Wegen eines Todesfalls im Göppinger Klinikum Christophsbad müssen sich drei Ärztinnen vor Gericht verantworten. © Foto: Staufenpress
Göppingen / Dirk Hülser 19.11.2018
Die Öffentlichkeit wurde über den Todesfall nicht informiert. Drei Ärztinnen des Göppinger Christophsbads müssen sich wegen fahrlässiger Tötung verantworten.

Während im Fall von zwei in der Klinik am Eichert gestorbenen Patienten die Staatsanwaltschaft noch ermittelt, müssen sich drei Ärztinnen des Christophsbads wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht verantworten. Ihnen wird vorgeworfen, für den Tod einer 80-jährigen Patientin verantwortlich zu sein, die an Multipler Sklerose (MS) litt. Die Frau hatte eine viel zu hohe Dosis eines Medikaments erhalten und war daraufhin in der Klinik am Eichert gestorben, wo sie als Notfall eingeliefert worden war.

Der Fall liegt bereits mehr als zwei Jahre zurück. Es war im Sommer 2016, als die MS-Patientin ins Christophsbad kam. „Dort hat sie ein Medikament aufgrund ihrer MS-Erkrankung bekommen“, berichtet der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Ulm, Stefan Adamski. Bereits bei der Aufnahme der 80-Jährigen sei dann offenbar ein folgenschwerer Fehler passiert: „Es wurde angeordnet, zehn Milligramm des Medikaments zu verabreichen, man ging versehentlich von einer täglichen Verabreichung aus“, sagt Adamski. „Das Medikament durfte aber nur einmal wöchentlich verabreicht werden.“ Diese „missverständliche Annahme“ habe sich dann bei mehreren Ärzten fortgesetzt.

In der Dienstagsausgabe der NWZ und der Geislinger Zeitung sowie im E-Paper lesen Sie:

- Warum der Prozess gegen die Ärztinnen verschoben wurde.

- Welche unterschiedlichen Vorwürfe die Staatsanwaltschaft gegen die Ärztinnen erhebt.

- Was das Christophsbad zu dem Fall sagt.

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