Göppingen / Dirk Hülser  Uhr
Die Öffentlichkeit wurde über den Todesfall nicht informiert. Drei Ärztinnen des Göppinger Christophsbads müssen sich wegen fahrlässiger Tötung verantworten.

Während im Fall von zwei in der Klinik am Eichert gestorbenen Patienten die Staatsanwaltschaft noch ermittelt, müssen sich drei Ärztinnen des Christophsbads wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht verantworten. Ihnen wird vorgeworfen, für den Tod einer 80-jährigen Patientin verantwortlich zu sein, die an Multipler Sklerose (MS) litt. Die Frau hatte eine viel zu hohe Dosis eines Medikaments erhalten und war daraufhin in der Klinik am Eichert gestorben, wo sie als Notfall eingeliefert worden war.

Der Fall liegt bereits mehr als zwei Jahre zurück. Es war im Sommer 2016, als die MS-Patientin ins Christophsbad kam. „Dort hat sie ein Medikament aufgrund ihrer MS-Erkrankung bekommen“, berichtet der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Ulm, Stefan Adamski. Bereits bei der Aufnahme der 80-Jährigen sei dann offenbar ein folgenschwerer Fehler passiert: „Es wurde angeordnet, zehn Milligramm des Medikaments zu verabreichen, man ging versehentlich von einer täglichen Verabreichung aus“, sagt Adamski. „Das Medikament durfte aber nur einmal wöchentlich verabreicht werden.“ Diese „missverständliche Annahme“ habe sich dann bei mehreren Ärzten fortgesetzt.

Die Ermittlungen nach den Todesfällen in der Göppinger Klinik dauern an. Nach dem Vorfall ist noch keine Normalität eingekehrt.

In der Dienstagsausgabe der NWZ und der Geislinger Zeitung sowie im E-Paper lesen Sie:

- Warum der Prozess gegen die Ärztinnen verschoben wurde.

- Welche unterschiedlichen Vorwürfe die Staatsanwaltschaft gegen die Ärztinnen erhebt.

- Was das Christophsbad zu dem Fall sagt.