Technische Neuheiten sollen die Faszination für das generationenübergreifende Hobby Modelleisenbahn steigern: Nach der Übernahme des Weltmarktführers Märklin durch Simba-Dickie-Chef Michael Sieber und dessen Sohn Florian Sieber im März 2013 will das Göppinger Unternehmen neue Zielgruppen im In- und Ausland gewinnen. "Wenn wir nachhaltig wachsen wollen, ist der größte Hebel definitiv im Ausland", erklärt der Geschäftsführende Gesellschafter Florian Sieber.

"Unsere Produkte müssen sowohl die Kinder faszinieren, als auch bei den Erwachsenen Emotionen wecken", gibt Florian Sieber eine klare Richtung vor. "Für größere Zugkraft und Wachstumspower" sollen zahlreiche neue Produkte sowie "eine klare Zielgruppen-Strategie" sorgen. Dementsprechend strukturiert sind die Weichen gestellt: Für Kinder von drei bis sechs Jahren werden in der Serie "Märklin my world" batteriebetriebene Züge mit Magnetkupplung angeboten, die auf Gleisen aus Kunststoff fahren. An Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 14 Jahren sowie an Wiedereinsteiger richten sich die "Start up"-Packungen. Sammler und Modellbahnprofis sollen sich für die technisch hochwertigen Premium-Lokomotiven und -Züge begeistern, die oft aus mehr als 300 Einzelteilen bestehen und in Handarbeit hergestellt werden. "Kernzielgruppe für unsere Produkte bleiben die Männer 40 plus", erklärt Sieber.

Unter dem Dach von Märklin sind auch die Traditionsmarken Trix und LGB zu Hause. Bei der Spielwarenmesse in Nürnberg will Märklin seine Innovationskraft mit insgesamt 318 Neuheiten demonstrieren. Dabei werden beispielsweise mit der Startpackung "Regional Express" in der Serie "Märklin my world" schon die Kleinsten im Kindergartenalter ans Thema Modelleisenbahn herangeführt. Akzente werden auch mit zahlreichen ausländischen Lokomotiven und Zügen gesetzt. Mit Neuheiten würdigt der Weltmarktführer 2014 außerdem die Jubiläen "175 Jahre Eisenbahn in den Niederlanden" und "125 Jahre Rhätische Bahn".

"Die Technik macht es möglich, die Modelleisenbahn immer besser live zu erleben", sagt der Technische Geschäftsführer Wolfrad Bächle. Dies zeige sich deutlich beim Dieseltriebwagen BR 648: Mit Hilfe von vier Displays statt Türen steigen - täuschend echt wirkend - die Fahrgäste ein und aus. Mehr Spielfreude will Märklin mit dem weiterentwickelten "mfx+"-Decoder vermitteln. Dabei lasse sich "das Gefühl genießen, eine E-, Diesel- oder Dampflok aus einem Führerstand heraus zu steuern".

Um seine Position als Weltmarktführer zu festigen, will Märklin auch dieses Jahr 8,5 Millionen Euro in neue und strategische Produkte, Formen und Werkzeuge investieren. "Zudem werden wir weiter die Automatisierung und den Maschinenpark in Göppingen optimieren, um die Produktion aus China zurückholen zu können", kündigt Sieber an. Dazu kommen zehn Millionen Euro für eine neue Produktionshalle im ungarischen Györ, wo die Zahl der Arbeitsplätze auf 650 steigt. Im Stammwerk Göppingen beschäftigt Märklin knapp 500 Mitarbeiter.

Bastelset für den Kindergarten