Göppingen / DANIEL GRUPP  Uhr
Das Märklin-Museum soll ein Aushängeschild für Stadt und Firma werden. Geschäftsführer Florian Sieber informierte den Gemeinderat über die Planung.

In zwei Schritten soll bis Ende 2018 an der Ecke Stuttgarter- und Reuschstraße das Märklin-Museum entstehen. Märklin-Geschäftsführer Florian Sieber hat am Donnerstag mit Architekt Thomas Frauen vom Schwabacher Büro Kehrbach die Pläne vorgestellt. Es liege aber noch keine endgültige Fassung vor, weil noch Interessen der Stadt einfließen sollen, erklärte Sieber. Man sei in konstruktiven Gesprächen.

Zunächst wird das frühere Dialysezentrum östlich des Firmenkomplexes umgebaut. Dort werden zur Reuschstraße hin der Haupteingang sowie die geschäftlichen Teile des Museums untergebracht. In einer luftigen Halle werden die Besucher Eintrittskarten und in einem Shop Produkte der Firma Märklin kaufen können, erklärte Architekt Frauen. Dorthin kommt auch ein Bistro mit Außenbestuhlung. Sieber möchte den ersten Bauabschnitt bis Mitte 2017 abschließen.

Das eigentliche Museum kommt in zunächst drei Stockwerke im angrenzenden Bau 07. Großzügige innere Treppen und Rampen werden die Gebäudeteile barrierefrei verbinden. Bei Bedarf könnten weitere Stockwerke hinzukommen. Das Museum soll nicht nur Exponate der Firma zeigen, sondern zur Erlebniswelt werden, sagte Sieber. Er kündigte interaktive Ausstellungsstücke für Kinder und Erwachsene mit Videos und Hologrammen an. Ein Höhepunkt soll die gläserne Manufaktur werden. Hier können die Besucher bei der Endmontage der Eisenbahnen zuschauen.

Die Planer streben für beide Museumsteile eine einheitliche, moderne Architektur an. Metallische Elemente in der Fassade sollen den metallverarbeitenden Charakter der Firma betonen. Dabei wird die Fassade des alten Firmengebäudes, das aus den 1970er Jahren stammt und nicht denkmalgeschützt ist, an das Dialysezentrum angepasst. „Das Museum soll den Gegensatz widerspiegeln: Alte Exponate im modernen Gebäude“, sagte Sieber.

Die Planer sehen vor, dass Busse vor dem Museum in der Reuschstraße halten, damit die Besucher aussteigen können. Wer mit dem Auto kommt, wird nördlich des früheren Dialysezentrums Parkplätze finden. Eine Glasfassade am Shop soll zur Stuttgarter Straße hin Besucher anlocken.

Die Pläne sind im Göppinger Gemeinderat durch die Bank gelobt worden. Baubürgermeister Helmut Renftle sprach von einem Leuchtturmprojekt. Die Gemeinderäte haben einen ähnlichen Tenor angeschlagen: Eine „Riesenchance“ sieht Christoph Weber (Grüne) in dem Projekt, das laut Sieber rund elf Millionen Euro kosten wird. Von einem „Signal am westlichen Stadteingang“ sprach Felix Gerber (CDU). Eine „Chance für Märklin und Göppingen“ sieht Armin Roos (SPD). „Was Gutes kann entstehen“, meinte Klaus Rollmann (FDP/FW). „Vorbildliche Ideen“ sieht Emil Frick (FWG) verwirklicht. Von einem Bekenntnis zu Göppingen sprach Christian Stähle (Lipi). Er regte einen Brückenschlag zur anderen Seite der Stuttgarter Straße an, wo im Böhringer Areal ein Technikmuseum unterkommen könnte.