Immerhin 1000 Kilometer. Von Dänemark bis ins Filstal. Jörgen Tresbbien ist gerne unterwegs, besonders wenn es zu Märklin nach Göppingen geht. Schon vor zwei Jahren war der Däne in der Stadt, „damals habe ich die Werksbesichtigung verpasst“, sagt er. Jetzt, zwei Jahre später, ist er zur Internationalen Modellbahnausstellung und den Märklin-Tagen wieder da und hat es ins Werk geschafft. In aller Ruhe sieht er sich in den Hallen an der Stuttgarter Straße an, wie die Loks zusammengebaut werden, die bei ihm daheim ihre Runden drehen. Dafür brauchen sie Räder, und die sieht Tresbbien ganz am Anfang im Werk, gleich im Erdgeschoss. Silbrig-graue Rädchen spuckt eine Maschine aus, immer 16 Stück an einem Halter, frisch gegossen aus der Form.

„Räder für leichte Waggons“, erklärt Maschinenführer Claus Kißling. Die Räder für schwere Waggons oder Loks sehen anders aus, die werden oft einzeln gegossen oder auch in der Drehmaschine gedreht, „die müssen besonders maßhaltig sein“. Laufräder, Treibräder, Vorlaufräder, oft in verschiedenen Größen, bei Märklin „gibt es ein paar hundert verschiedene Räder“.

Bevor die Räder auf den Schienen von Jörgen Tresbbien und allen anderen Modellbahn-Freunden unterwegs sind, kommen sie zu Filippo Cali. Der ist Schichtleiter in der Galvanik-Abteilung und weiß nach 30 Jahren im Werk, was hart macht: Nickel. „Alle Räder werden vernickelt und damit härter“, sagt er. Damit der Nickel besser hält, kommt erst eine hauchdünne Kupferschicht drauf, dann eine ebenso dünne Nickelschicht. Für die Optik wird dann noch schwarz vernickelt, damit die Räder nicht mehr glänzen und fast so aussehen wie die korrodierten Originale bei der Bahn. Das alles macht einer der wichtigsten Mitarbeiter Calis, der Kupfer-Nickel-Automat. Rund zweieinhalb Stunden sind die Räder darin unterwegs, bis sie fertig schwarzvernickelt sind.

Die Märklintage und die Internationale Modellbahnausstellung locken zigtausende Besucher in die Hohenstaufenstadt. Lesen Sie unsere umfangreiche Berichterstattung in der Montagsausgabe der NWZ.