Das Geheimnis um die neue Serie der Märklin-Museumswagen haben die beiden Geschäftsführer Florian Sieber und Wolfrad Bächle am Donnerstagabend in der Märklin-Erlebniswelt gelüftet: Bei der Vernissage, an der auch Simba-Dickie-Chef Michael Sieber, der ehemalige Insolvenzverwalter Michael Pluta und Ex-Interims-Geschäftsführer Kurt Seitzinger teilnahmen, wurden vor über 100 Besuchern zwei weitere Exponate der Sonderedition enthüllt. Deren Paten sind dieses Jahr die Eislinger Firma Zeller und Gmelin (ZG) und die Firma Leistritz aus Nürnberg.

Die Einladung hatte es mit den versteckten Hinweisen auf "Metallfässer", "150 Jahre Firmengeschichte" und der Angabe, dass es dort "wie geschmiert läuft" ahnen lassen. "Somit lag es auf der Hand, dass die Firma Zeller und Gmelin gemeint sein könnte", räumte denn auch der Technische Geschäftsführer Wolfrad Bächle ein. Tatsächlich wurde ZG 1866 gegründet und feiert nächstes Jahr 150-jähriges Bestehen. Bei Schmierstoffen, Industriechemie und Druckfarben nimmt ZG mit weltweit 16 Tochterunternehmen und 800 Beschäftigten - davon 500 in Eislingen - international eine Spitzenstellung ein.

Für das aktuelle Thema des Museumswagens hat Märklin einen real existierenden Kesselwagen in den Spurweiten Z, H0 und 1 nachgebaut, wie Geschäftsführer Bächle nicht ohne Stolz berichtete. "Selbst beim Lkw-Tankfahrzeug standen Fahrzeuge aus dem Fuhrpark von ZG Pate", betonte der Geschäftsführer. Tatsächlich machte Märklin zum 25-jährigen Bestehen der Reihe ein Fass auf. Kesselwagen und Lkw sind in einer roten Blechdose verpackt, die einem Ölfass der Firma Zeller und Gmelin nachempfunden sind. Weitere Besonderheit: ZG ist das einzige Unternehmen, mit dem Märklin schon einmal einen H0-Museumswagen gebaut hatte. ZG-Geschäftsführer Siegfried Müller zeigte sich begeistert und kündigte an, dass der Museumswagen beim Firmen-Jubiläum im nächsten Jahr eine besondere Rolle spielen werde.

Traditionell hatte Märklin für die Marken LGB und Trix ein Unternehmen aus dem Großraum Nürnberg ausgewählt. Dieses Mal war es die Firma Leistritz, die sich seit ihrer Gründung vor 111 Jahren mit der Herstellung unterschiedlicher Triebwerkskomponenten beschäftigt. Bis heute ist eines der Erfolgsprodukte des Unternehmens mit 1850 Mitarbeitern die Herstellung von Turbinen-Schaufeln und diversen Profilen für Dampfturbinen. Was Leistritz mit Märklin verbindet? Wolfrad Bächle brauchte nicht lange zu überlegen: "Neben dem Standort Nürnberg vor allem die hohe Präzision, die beide Firmen täglich zu bewältigen und sicherzustellen haben." Dies konnte Michael Thummert, zuständig für die Unternehmenskommunikation bei Leistritz nur bestätigen, "auch wenn wir Produkte fertigen, die man als normaler Verbraucher nicht so kauft".

Für die große Gartenbahn LGB machten sich Märklin an einen offenen Güterwagen der Deutschen Bundesbahn, der mit einer Transportkiste beladen ist. Die beiden Wagen für Trix in den Baugrößen H0 und N sind Modelle eines sechsachsigen Schwerlastwagens der Deutschen Bundesbahn. Beide sind mit einer Leistritz Pumpe beladen. Den Trix-Baugrößen ist ein Wiking-Modell eines Lieferwagens beigelegt.

Dass Märklin nicht nur mit seinen Museumswagen auf einem guten Weg ist, berichtete Firmenchef Florian Sieber. "Die Investitionen der vergangenen Jahre in neue Fertigungsabläufe haben sich ausgezahlt." Fürs nächste Jahr kündigte Sieber aufregende Neuheiten an, die Sammler, Jugendliche und Kinder gleichermaßen ansprechen sollen. Dabei dürfte es sich nicht nur um Museumswagen handeln.

Historische Modelle

Der Wagen der Eislinger Firma Zeller und Gmelin ist in den Spurweiten H0, Z und Spur 1 erhältlich und der Wagen der Nürnberger Firma Leistritz kann von Trix und LGB erworben werden. Die historischen Modelle sind mit einem Original-Werbeaufdruck versehen.