Finanzen Lumberjack Bigband braucht Unterstützung

Alexander Eissele hochkonzentriert beim Konzert in der Göppinger Stadthalle am 3. Dezember: Der Bandleader pendelt seit Jahren zwischen Lüneburg, Hamburg und Göppingen.
Alexander Eissele hochkonzentriert beim Konzert in der Göppinger Stadthalle am 3. Dezember: Der Bandleader pendelt seit Jahren zwischen Lüneburg, Hamburg und Göppingen. © Foto: Carlucci
Kreis Göppingen / Helge Thiele 18.12.2017
Die Lumberjack Bigband hat sich für 2019 eine „Pause mit offenem Ausgang“ verordnet. Die Musiker brauchen dringend organisatorische Hilfe. Das aber kostet Geld.

Die Lumberjacker sind eines der bekanntesten musikalischen Aushängeschilder des Landkreises. Erst vor wenigen Wochen, beim Auftaktkonzert der NWZ-Aktion „Gute Taten“, feierten mehr als 1000 Besucher die Musiker und ihren Chef Alexander Eissele. Auch für das kommende Jahr ist der Kalender der Band gut gefüllt mit Terminen. Auch außerhalb des Landkreises sind wieder Auftritte geplant. Die Truppe, die aus einem Pool von 50 Amateurmusikern besteht, hat sich in Deutschland längst einen Namen gemacht.

Manager gesucht

Für das Jahr 2019 hat sich die Lumberjack Bigband jedoch eine Pause verordnet, und Steffen Zimmermann, seit 1997 als Saxophonist dabei und Vorsitzender des Anfang dieses Jahres gegründeten Fördervereins der Band, sagt ganz ehrlich: „Es ist ein Break mit offenem Ausgang.“ Die  Band will sich Zeit geben, um sich  neu aufzustellen. Man brauche dringend Unterstützung durch einen externen Manager, um den stetig gewachsenen Aufwand auch künftig stemmen zu können. Die zwölf bis 15 Auftritte im Jahr müssen organisiert, Verträge geschlossen werden. Arrangements müssen besorgt oder geschrieben, die jeweilige musikalische Besetzung geklärt werden. Alexander Eissele räumt ein, dass er und der Vorstand an Grenzen gestoßen seien. Der 48-Jährige Bandleader ist hauptberuflich Klarinettist bei den Lüneburger Symphonikern und spielt auch regelmäßig als Aushilfe in Hamburg. Eissele pendelt mit dem Flugzeug zwischen Hamburg und Stuttgart, um in seiner Heimatstadt Göppingen die  Bigband zu betreuen. Auch andere Bandmitglieder hat es beruflich in andere Regionen verschlagen, Zimmermann beispielsweise ist Professor für Wirtschaftsinformatik an der Universität Innsbruck.

Der Fortbestand der Lumberjack Bigband hängt nach den Worten von Eissele und des Vereinsvorsitzenden davon ab, ob es gelingt, das geplante Sponsorenmodell umzusetzen. Denn ein Manager kostet Geld. „Finanziell arbeiten wir aber auf Kante“, sagt Zimmermann. Angesichts der Kosten für die An- und Abreise der Musiker, Instrumente, Noten, Technik und vieles mehr, sei die Tätigkeit für die Band ein „Null-Summen-Spiel“. Bei Benefizkonzerten leistet die Band zudem eine Spende. Man sei „weit davon entfernt, investieren zu können“.

Suche nach Sponsoren

Deshalb soll das Jahr 2019  genutzt werden, um Gönner zu finden, die die Lumberjack Bigband dauerhaft unterstützen. Darüber hinaus will man die Frage von Zuschüssen aus der öffentlichen Kulturförderung prüfen. „Organistorisch sind wir bisher ein einzigartiges Modell in Deutschland. Die meisten Bigbands sind an Musikschulen angeschlossen oder erhalten Fördergelder“, sagt Eissele. Nicht so die Lumberjacker. Der Bandleader  hofft, dass die Suche nach Sponsoren von Erfolg gekrönt wird. „Wir wollen das Geld nicht in die Band stecken, sondern dazu verwenden, um Arbeit, die wir nicht mehr schaffen können, zu verlagern.“ Damit die 30-jährige Erfolgsgeschichte, die in bereits zwölf CD-Produktionen gipfelte, eine Fortsetzung findet.

Info Wer die Arbeit der Lumberjack Bigband unterstützen und mehr über die geplanten neuen Strukturen erfahren möchte, kann sich an Steffen Zimmermann vom Förderverein wenden. E-Mail: 1.vorsitzender@lumberjack.de

Eine Erfolgsgeschichte aus dem Landkreis

Geschichte Die Lumberjack Bigband Göppingen wurde 1989 gegründet. Der Name bedeutet übersetzt „Holzfäller-Bigband“ – in Anlehnung an die einheitliche Kleidung beim ersten Konzert: großkarierte Flanellhemden (Holzfällerhemden). Bandleader ist seit 1992 Alexander Eissele, der als Profiklarinettist in Lüneburg und Hamburg arbeitet. Das Band, die aus 50 Amateurmusikern besteht, spielt auf professionellem Niveau zwölf bis 15 Konzerte im Jahr  – oft gemeinsam mit bekannten Künstlern, so zum Beispiel mit Max Mutzke bei den Klosterfestspielen in Adelberg.

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