Göppingen Logischer Schritt

Göppingen / Wolfgang Karczewski 03.02.2018

Nach der aus deutscher Sicht enttäuschenden Handball-Europameisterschaft beginnt am Donnerstag für die Profis von Frisch Auf Göppingen mit einem Auswärtsspiel bei der HSG Wetzlar die zweite Saisonhälfte. Ähnlich traurig wie die Darbietungen der Nationalmannschaft in Kroatien waren die Auftritte der Göppinger in der Hinserie. Dennoch entschloss sich der Verein jetzt dafür, den Vertrag mit Trainer Rolf Brack um ein Jahr bis Sommer 2019 zu ver­längern.

Zwar hat der alte und neue Übungsleiter der Grün-Weißen seit seinem Amtsantritt Ende September, was die Zahl der eingefahrenen Punkte angeht, mit seiner Mannschaft nicht immer überzeugen können, dennoch sah man gerade in den letzten Spielen, wie sich die neue taktische Ausrichtung des Teams um Mannschaftskapitän Zarko Sesum in den Köpfen der Spieler mittlerweile verankert hat. Außerdem, und das betonen sowohl die Akteure als auch der Trainer und die Klubführung, hat sich die Mentalität auf dem Feld verändert. Jeder kämpft für jeden, das schnelle Umschaltspiel wird von mal zu mal besser und die Abwehr konnte zuletzt durch deutlich aggressiveres Verhalten überzeugen. Insofern ist die Vertragsverlängerung mit dem „Handball-Professor“ ein logischer Schritt.

Die sportlichen Steigerungen sind jedoch erst zarte Pflänzchen, die in der zweiten Saisonhälfte heranwachsen müssen. Dies sollte allerdings möglichst schnell geschehen, denn allein im Februar und im März haben die Grün-Weißen gleich 15 Partien zu bestreiten. Trainer Brack hat immer über sich gesagt, dass er kein Feuerwehrmann sei, sondern ein Coach, der bei einem Verein etwas langfristig entwickeln kann. Diese Gelegenheit bekommt er nun bei Frisch Auf, zumindest bis Mitte kommenden Jahres.

Mit der Vertragsverlängerung des erfahrenen Übungsleiters haben die Göppinger ihre Hausaufgaben allerdings noch lange nicht erledigt. In den kommenden Tagen und Wochen muss das Team um den Sportlichen Leiter Christian Schöne die Mannschaft personell sinnvoll ergänzen beziehungsweise weitere bestehende Kontrakte verlängern. Die Zeit drängt, denn andere Klubs sind mit ihren Kaderplanungen deutlich weiter als die Grün-Weißen.

Vor allem auf der Torwartposition muss so schnell wie möglich eine Entscheidung her, schließlich gilt dieser Posten als der wichtigste in einer Handballmannschaft.