Göppingen Linienbusse sind für den Ernstfall gerüstet

Göppingen / SUSANN SCHÖNFELDER 07.08.2012
Ein Linienbus, der vollständig ausbrennt. Die OVG hat einen Unfall solchen Ausmaßes wie am vergangenen Freitag noch nie erlebt. Das Unternehmen kann die Passagiere jedoch beruhigen: Die Fahrer werden auf Ernstfälle gut vorbereitet und regelmäßig geschult.

Zehn Feuerwehrfahrzeuge, Löschschaum, wohin das Auge blickt, überall Blaulicht, ein völlig ausgebrannter Linienbus. Den Einsatzkräften, Anwohnern und Schaulustigen bot sich am Freitagabend ein Bild des Schreckens auf der Straße zwischen Göppingen und Hohenstaufen. Ein Motorradfahrer war in einer Kurve von der Spur abgekommen und seitlich gegen den entgegenkommenden Bus geprallt. Beide Fahrzeuge gingen in Flammen auf. Der 60-jährige Busfahrer erlitt einen Schock, der 49 Jahre alte Mann auf der Yamaha musste nach Angaben der Polizei mit Knie- und Sprunggelenksverletzungen in die Klinik. Die drei Fahrgäste haben den Bus durch die Tür verlassen und kamen glücklicherweise mit dem Schrecken davon.

50.000 Euro Schaden

"Es sah schlimmer aus, als es war", stellte eine Augenzeugin fest. Dennoch fragen sich viele Menschen im Landkreis: Was wäre gewesen, wenn der Linienbus voll besetzt gewesen wäre? Matthias Bliederhäuser-Nille, Betriebsleiter des Unternehmens Omnibusverkehr Göppingen (OVG), beruhigt künftige Passagiere: "Bei einem Linienbus ist es kein Problem für die Fahrgäste, den Bus zu verlassen, wenn es brennt. Selbst wenn der Bus voll besetzt gewesen wäre." Die Fahrer würden in Schulungen regelmäßig auf Ernstfälle vorbereitet, zudem gebe es jede Menge Sicherheitsvorrichtungen sowie Notentriegelungen in den Bussen. "Einen Unfall solchen Ausmaßes hatten wir im Betrieb allerdings noch nicht", räumt Bliederhäuser-Nille ein. Der Betrieb laufe aber ganz normal weiter, den Schaden - rund 50.000 Euro - zahle die Versicherung. Weitere gute Nachricht: Dem Fahrer gehe es nach dem Schock soweit wieder gut, er sei noch eine Woche krank geschrieben, sagt der OVG-Chef.

Von dem Mercedes-Bus, Baujahr 2007, blieb nur ein Skelett übrig. Er wurde noch am Freitagabend von einem Abschleppunternehmen auf das Gelände der OVG transportiert. Das Benzin des durch den Aufprall aufgeplatzten Motorradtanks "war brennend unter dem Bus entlang gelaufen", erklärt der Betriebsleiter. Bei dieser großen Fläche sei es kein Wunder, dass der Bus so schnell brannte - "da half auch kein Feuerlöscher mehr, den sich der Fahrer geschnappt hatte. Wenn ein Bus mal richtig brennt, sieht er nach 15 Minuten so aus", sagt Bliederhäuser-Nille und meint das schwarze, ausgebeulte Gerippe. Ob das Feuer durch Funkenflug beim Schlittern des Motorrads oder durch den Kontakt des Benzins mit dem heißen Motor oder durch beides entstanden ist, konnte die Polizei nicht mehr nachvollziehen. Fest steht: "Heiß gewordenes Benzin oder Benzindämpfe entzünden sich leicht", erklärt Polizeisprecher Uli Sauter.

Strecke von Göppingen nach Hohenstaufen halbseitig gesperrt

Autofahrer müssen auch in den kommenden Tagen mit leichten Behinderungen auf der Strecke von Göppingen nach Hohenstaufen rechnen. Die Straße ist nach wie vor halbseitig gesperrt, die zuständige Straßenmeisterei hat eine Baustellenampel eingerichtet. "Der Belag ist an der Unfallstelle beschädigt. Dort sind Glasscherben und Plastik eingebrannt", teilt ein Mitarbeiter der Straßenmeisterei in Geislingen mit. Der Asphalt müsse jetzt vier Zentimeter abgefräst und neu eingebaut werden. "Wir suchen mit Hochdruck nach einer Straßenbau-Firma, die das schnell erledigen kann", so der Mitarbeiter. Wie lange die Sperrung dauern wird, könne er daher nicht sagen.

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