Heidenheim Lindgren-Idyll in Heidenheim

Molas, kunstfertig genähte rechteckige Bildtafeln, werden von den Frauen der Kuna Indianer, auf den San Blas Inseln vor der Küste Panamas angefertigt.
Molas, kunstfertig genähte rechteckige Bildtafeln, werden von den Frauen der Kuna Indianer, auf den San Blas Inseln vor der Küste Panamas angefertigt.
Heidenheim / BETTINA SOMMER 16.06.2012
Für Junge und Junggebliebene wartet das Naturtheater Heidenheim zurzeit mit einer sehenswerten Inszenierung von "Michel aus Löneberga" auf.

Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit hätte Astrid Lindgren ihre Freude gehabt an den Michel-Geschichten, die jetzt immer sonntags und mittwochs im Naturtheater Heidenheim zu sehen sind. Schon bevor diese mit dem Schmerz- und Wutgebrüll von Michels Vater, der in eine Mausefalle getreten ist, beginnen, ist der Zuschauer entzückt über das Bühnenbild: Das Haus von Michels Familie und der Schuppen, in dem Michel seine Holzmännchen schnitzt bilden ein Idyll, das so ganz der Welt der schwedischen Autorin angemessen erscheint.

In gut eineinhalb Stunden entfalten sich dort all die kleinen Michel-Geschichten, die ganz sicher den großen, vielleicht auch vielen der kleinen Zuschauer gut bekannt sind: Michel in der Suppenschüssel, Klein-Ida an der Fahnenstange, die Magd Lina mit Zahnschmerzen und Krösa-Maja mit ihren Gruselgeschichten.

Den Haupt-Schauspielern fliegen sofort und uneingeschränkt die Herzen zu: Michel ist genauso frech und unbekümmert, wie er sein muss, Klein-Ida mit Piepsestimme ist einfach zum Knuddeln, die gütige, zurückhaltende Mutter führt das Publikum ins Geschehen ein, indem sie sich zu ihren Tagebuchaufzeichnungen über Michels berüchtigte Streiche ihre Gedanken macht. Für viel Tumult auf der Bühne sorgen Michels Vater, der sich stets herrlich aufregen kann, und die alte Krösa-Maja mit ihren Ängsten vor Typhus, Kometen und Werwölfen. Ganz toll sind Alfred - eine modernisierte Version von Lindgrens Knecht aber nicht weniger sympathisch - und vor allem die in ihn verliebte Magd Lina, die viel Extra-Applaus für ihr vergebliches Schmachten erntet.

Viele sehr liebevoll inszenierte Details sorgen dafür, dass der Zuschauer aus dem Schauen und Staunen nicht herauskommt. Alle sind mit großer Sorgfalt stimmig eingekleidet, sodass alles zusammen eine runde Sache und eine kurzweilige Aufführung ergibt - sicher im Sinne von Astrid Lindgren.

Info Vorstellungen immer sonntags und mittwochs, jeweils ab 15 Uhr. Wegen der großen Nachfrage gibt es zwei Zusatzvorstellungen: am 24. und 25. August, jeweils ab 20 Uhr. Karten: Telefon: (07321) 92 55 55 (Mo, Di, Do, Fr 14-17 Uhr, Mi 9-12 Uhr)

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