Göppingen Liebe zum Fußball freut den Pizzaboten

"Am laufenden Band": Gudrun Remane mit ihrem Leierkasten im Christophsbad.
"Am laufenden Band": Gudrun Remane mit ihrem Leierkasten im Christophsbad. © Foto: Patricia Jeanette Moser
PATRICIA JEANETTE MOSER 14.07.2014
Das Ein-Frau-Theater mit der Stuttgarter Schauspielerin Gudrun Remane im Göppinger Christophsbad stand ganz im Zeichen der Liebe.

Die Schauspielerin Gudrun Remane vom Stuttgarter Ensemble "Dein Theater" gastierte mit dem Programm "Am laufenden Band" im Herrensaal des Christophsbads. Im Alleingang meisterte die Schauspielerin ihr Programm, sich selbst am Leierkasten begleitend, meisterhaft. Unterhaltsam, spritzig und witzig sang sie in schönstem Sopran das "Moscht-Lied" von Harald Immig, aber auch italienische Arien, wie "Ich bin kein Bajazzo" von Ruggiero Leoncavallo und "Santa Lucia", ein Lied notiert von Teodor Cottrau. Plaudernd richtete sich Gudrun Remane an ihr Publikum und erzählte von der Verschiedenheit der Liebe, die sich in so viele Richtungen wenden kann. "Derzeit gilt die Liebe vieler dem Fußball, sehr zur Freude manches Pizzaboten", so beschrieb sie eine Form davon.

Ausgehend von Adam und Eva, in feinstem französischem Akzent, führte sie von der Entstehung der Welt bis zum heutigen Dasein des Schwaben. Mühelos überwechselnd in ein gepflegtes Schwäbisch erzählte die Schauspielerin mittels Lyrik von der Liebe, die durch den Magen geht. Schier endlos schien hier der Text, bestehend aus zitierten schwäbischen Leckereien und Spezialitäten. Die Erklärung des Wörtchens "ebbes" offenbarte charmant die Eigenheiten des Schwaben, ". . . der aus Ebbes ebbes macha ka", befand die Künstlerin. Für Heiterkeit sorgte die gekonnte Darstellung des Schwaben, der einfach nicht das Wörtchen "Liebe" über die Lippen bringt. In den hübschen Kulissen, die man aus Stuttgart mitgebracht hatte, agierend, stellte Remane mit köstlicher Mimik und Körpersprache, die vielen Möglichkeiten der Umschreibung des Wörtchens dar.

Das Publikum war berührt vom Programm und seiner Darstellung, wie im Anschluss bei einem kleinen Umtrunk zu hören war. Der ganz große Applaus blieb Gudrun Remane nur wegen der kleinen Besucherzahl versagt. Das zuvor beschriebene "Ebbes" schien hier Programm zu werden. Die Künstlerin hatte erfolgreich gezeigt, wie man auch vor kleinem Publikum "ebbes" künstlerisch vermitteln kann. "Wir haben hier hochkarätige Schauspieler und Ensembles zu Gast", so begrüßte Kunsttherapeut Raimund Eckle eingangs die Gäste im Herrensaal.

Im August 2014 gibt es bereits ein Wiedersehen mit Gudrun Remane. Allerdings ganz intern für die Mitarbeiter des Christophsbads bei der Jahresfeier - und dann vor großem Publikum.