Eröffnung Letzter Akt im Grüngut-Epos

Prominente Besetzung und spärliche Grünkulisse bei der Eröffnung. Der 4800 Quadratmeter große, asphaltierte  Sammelplatz bei Rechberghausen ist jetzt offiziell in Betrieb.
Prominente Besetzung und spärliche Grünkulisse bei der Eröffnung. Der 4800 Quadratmeter große, asphaltierte Sammelplatz bei Rechberghausen ist jetzt offiziell in Betrieb. © Foto: www.staufer.press
Rechberghausen / Werner Schmidt 13.01.2018

Mit der offiziellen Eröffnung des Grüngutplatzes in Rechberghausen ist am Donnerstag der Schlussstrich gezogen worden unter einen 15 Jahre dauernden Entscheidungsprozess. Der Gemeindeverwaltungsverband östlicher Schurwald nahm bereits im Jahr 2006 Sondierungsgespräche zum Thema Grüngutplatz auf.

Rechberghausens Bürgermeisterin Claudia Dörner verglich die Entwicklung augenzwinkernd mit der des Berliner Flughafens: „Mit dessen Bau wurde auch 2006 begonnen.“ Im Gegensatz zum Grüngutplatz sei der Flughafen auch nach zwölf Jahren noch nicht fertig: „Von daher können wir mit der jetzigen Entwicklung durchaus zufrieden sein“, stellte die Bürgermeisterin fest.

Mit der Eröffnung des Platzes an der Abzweigung von der Bundesstraße 297 Richtung Adelberg haben nun auch mit wenigen Ausnahmen –  zum Beispiel in Börtlingen – die kommunalen Kompostplätze ausgedient. Etwas, das Claudia Dörner nun ruhiger schlafen lasse, wie sie gestand. Denn seit sie 2015 das Amt der Bürgermeisterin von Rechberghausen antrat, habe es auf dem kommunalen Kompostplatz in Rechberghausen sage und schreibe 13 Mal gebrannt. Unerklärlich für alle – vor allem auch deshalb, weil Grüngut angeblich gar nicht brenne: „Ich kann Ihnen versichern, doch das tut es und zwar richtig!“ stellte sie bei der Einweihungsfeier auf dem neuen, rund 4500 Quadratmeter großen asphaltierten Platz klar. Der sah am Donnerstag noch aus wie ein ungenutzter Parkplatz mit freier Auswahl. Einiges Grünzeug und Baumschnitt hatte man heran gekarrt, um eine Kulisse für die Eröffnung zu schaffen. Noch sieht es aus wie die Potemkinschen Dörfer, aber das wird sich vermutlich bald ändern. Bis März sei der Platz, wie die allermeisten anderen Grüngutplätze im Landkreis Göppingen, nur samstags  von 12 bis 16 Uhr geöffnet, von April an werden die Öffnungszeiten deutlich ausgedehnt.

750 000 Euro kostete der eingezäunte Kompostplatz, inklusive der Ausgleichsmaßnahmen für andere Plätze. So wird für den ökologischen Ausgleich der bisherige, 2800 Quadratmeter große Kompostplatz zwischen Rechberghausen und Faurndau renaturiert.

Für alle zwölf Grüngutplätze im Landkreis habe man rund 3,5 Millionen Euro hinlegen müssen, sei damit aber zehn Prozent unter der Kostenschätzung geblieben, sagte Dirk Hausmann, Chef des landkreiseigenen Abfallwirtschaftsbetriebs (AWB).

Mit dem neuen Grüngutkonzept, das eingezäunte Kompostplätze vorsieht, werde auch verhindert, dass Grüngut aus den Nachbarkreisen „wild“ angeliefert werde: „Mit der Großzügigkeit gegenüber Fremdanlieferungen ist es vorbei,“ stellte Hausmann klar. Bisher war es so, dass jeder auf den frei zugänglichen Plätzen sein Grünzeug abliefern konnte. Nun werden Mitarbeiter einer Firma die Anlieferung überwachen und in manchen Fällen auch Gebühren verlangen. Gewerbliche Abfälle seien gebührenpflichtig, private Haushalte können nach wie vor Baumschnitt und Rasenmahd kostenfrei anliefern. Ebenso die Bauhöfe der zum Verwaltungsverband gehörenden Gemeinden, sagte Dirk Hausmann.

Ebenso könnten Privatpersonen später kostenfrei Kompost  beziehen. Den werde es in zwei Sorten geben. Die bessere Qualität, der so genannte „Edelkompost“, werde allerdings verkauft. Nicht in Säcken, sondern als lose Ware, wodurch die AWB sich gegenüber der Sackware zum Beispiel in Baumärkten einen Preisvorteil verspricht.

Hoffen auf weniger Grüngut

Aufkommen Rund 50 000 Tonnen Grüngut seien bisher im Jahr auf den Kompostplätzen des Kreises angeliefert worden, sagte AWB-Chef Hausmann. Er rechnet damit, dass diese Menge nun deutlich sinken wird, wenn die „Kunden“ aus den Nachbarkreisen ihr Grünzeug nicht mehr einfach so dazu schmeißen können: „Wir rechnen mit einem deutlichen Rückgang auf 30 000 bis 35 000 Tonnen im Jahr.“

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel