Göppingen Lesung: Exkursion durch den Tierpark

Die beiden "Lederkugeln", die der Göppinger Tierpark-Chef Heike Eger bei der Exkursion zum "Sommer der Ver-Führungen" in den Händen hält, entpuppen sich als Gürteltiere.
Die beiden "Lederkugeln", die der Göppinger Tierpark-Chef Heike Eger bei der Exkursion zum "Sommer der Ver-Führungen" in den Händen hält, entpuppen sich als Gürteltiere. © Foto: Inge Czemmel
Göppingen / INGE CZEMMEL 13.09.2013
Netten Tiergeschichten lauschen, seltene Tiere ganz nah erleben und sogar anfassen - diese Gelegenheit bot sich im Göppinger Tierpark bei einer Exkursion zum "Sommer der Ver-Führungen".

"Wie jetzt? Wer sitzt da in meiner Höhle und schaut mich mit Augen groß wie Tennisbälle an?" Die kleine Fledermaus bekommt es mit der Angst zu tun, angesichts des Kauzes, der ihre Wohnung bezogen hat. Mit großen Augen lauschen Tim und Felix, die mit ihrer Oma gekommen sind, den tierischen Gartengeschichten, die Hildegard Brucker vorliest und erzählt. Gemeinsam mit Manuela Kinzel, vom gleichnamigen Verlag hat die Autorin im Rahmen des "Sommers der Ver-Führungen" zum tierischen Nachmittag in den Göppinger Tierpark eingeladen.

Nach der Lesung stehen Saft und Butterbrezeln auf dem Programm. Der siebenjährige Tim und sein fünfjähriger Bruder Felix haben sie schnell verputzt, denn sie sind schon sehr gespannt auf die "richtigen Tiere". Die können zwar nicht sprechen wie die in Hildegard Bruckers Geschichten, aber sind nicht minder interessant.

"Darf man die Tiere auch streicheln?", wollen die Buben wissen. "Manche schon", verspricht Tierparkchef Heiko Eger, doch bei der ersten Station, den Stachelschweinen Strolchi und Susi, empfiehlt sich das eher nicht. Dafür kann bei der Fütterung zugesehen werden. "Stachelschweine sind mit den Meerschweinchen verwandt", verrät Eger und weiß noch andere wissenswerte Dinge über die Tiere, die in Erdhöhlen leben, zu erzählen. "Vor Millionen Jahren, waren die Stacheln noch Federn". Kaum vorstellbar, angesichts eines ausgefallenen dicken, harten Stachels, den alle mal in die Hand nehmen dürfen.

Dann gehts weiter zu den Reptilien. Wie ein Minidinosaurier sieht der Bartagame aus, der verwundert die Augen hin und her bewegt, als er es mit streichelnden Händen zu tun bekommt. "Hasch die Zung gseha?" Die Königsphyton, die als nächstes gezeigt wird, züngelt und alle machen vorsichtshalber einen Schritt zurück. Doch als Eger fragt, ob jemand sie mal halten will, fasst sich Tim mutig ein Herz. "Schlangen riechen mit der Zunge", erklärt der Tierparkchef und zeigt eine Boa Constriktor.

"In der Wildnis kommen Schlangen ein halbes bis ganzes Jahr ohne Beute aus, im Tierpark bekommen sie alle vier Wochen Futter", erfährt das Grüppchen, zu dem sich mittlerweile auch andere Tierparkbesucher gesellt haben. Alle sind erstaunt, dass sich Schlangen nach jeder Mahlzeit häuten. Die Erklärung: "Wenn sie frisst wächst sie und dann wird die Haut zu eng." Inzwischen ist eine Mitarbeiterin mit zwei Tieren gekommen, die aussehen wie Lederkugeln. Kaum auf dem Boden abgelegt, kommt Bewegung in sie und sie entpuppen sich als Gürteltiere.

"Flamingos machen keinen Krach, stinken nicht und sind fotogen", stellt Eger die nächste Tierart vor, die zur Familie der Wasservögel gehört. Ein grüner Leguan, tasmanische Kängurus, Dromedare, putzige Frettchen, Affen, ein auf Bäumen turnender Nasenbär, Ponys und, und, und - im Göppinger Tierpark gibt es bei der Führung nicht nur viel Interessantes zu entdecken, sondern auch zu erfahren. Der Tierparkleiter weiß über jede Spezies bestens Bescheid. Verständlich und mit Freude erklärt er die Eigenarten "seiner" Tiere und beantwortet geduldig alle Fragen.

Ein sonniger Nachmittag, schöne Tiergeschichten und Tiere hautnah - die strahlenden Gesichter zeigen: Diese Mischung hat Spaß gepasst.

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