Lesung Lesung von Leopoldo Bibbo in Göppingen

Professor Leopoldo Bibbo (stehend) las auf Italienisch, Martin Mundorff auf Deutsch. 
Professor Leopoldo Bibbo (stehend) las auf Italienisch, Martin Mundorff auf Deutsch.  © Foto: Stadt
Göppingen / Stadt 05.07.2018

Für Martin Mundorff, Archivar und Sprecher des Arbeitskreises Foggia in Göppingen, war es „ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk“, als er im November 2017 ein kleines Büchlein zugesandt bekam. Dieses enthält die privaten Erinnerungen von Professor Leopoldo Bibbo und damit die Werte, die sein Leben und zum Teil die „gemellaggio“ (Städtepartnerschaft) kennzeichnen. Ursprünglich waren die Gedanken für seine Kinder und Enkel geschrieben, doch ließ sich Prof. Bibbo schließlich von Mundorff überzeugen, Teile davon in Göppingen vorzulesen.

„La forza del destino – Die Macht des Schicksals“ überschrieb Bibbo seine Erinnerungen, wobei „forza“ für Willenskraft steht. Auch wenn das Schicksal vorgezeichnet sei, sieht Bibbo in Ausdauer und täglichem Pflichtgefühl die Voraussetzungen für Erfolg.

1964 hatte er sein Studium abgeschlossen; und anstatt seinen Wehrdienst anzutreten, verdingte er sich als Gastarbeiter im Wolfsburger VW-Werk, um seine theoretisch erworbenen Deutschkenntnisse praktisch zu vertiefen. Am 10. Mai 1964 angekommen; hätten sowohl Bibbo wie auch sein Vorarbeiter erkannt, dass er nicht für diese Art körperlicher Arbeit geschaffen sei, blickte Leopoldo Bibbo mit einem Schmunzeln zurück. Nach einem kurzen Aufenthalt in Hannover kam er für zwei Jahre als italienischer Sprachlehrer an die Berlitzschule in Berlin.

Im Juni 1966 zurückgekehrt nach Foggia, war Leopoldo Bibbo nicht nur als Deutschlehrer, sondern auch als Dolmetscher und Übersetzer vieler Bücher tätig. Als 1971 die Städtepartnerschaft zwischen seiner Heimatstadt und der Hohenstaufenstadt geschlossen wurde, war er als Übersetzer dabei – und blieb der „gemellaggio“ viele Jahrzehnte treu. Göppingen und der Berg Hohenstaufen seien die Orte, die er am meisten besucht habe. So war es keine Überraschung, dass unter den mehr als 40 Besuchern viele Weggefährten der bald 50 Jahre andauernden Städtepartnerschaft waren. Von den vielen Freundschaften und Begegnungen nannte Bibbo exemplarisch nur zwei Personen: Manfred Wörner und Dr. Erwin Singer, mit dem er einen regen Schüleraustausch mit dem Freihof-Gymnasium ins Leben gerufen hatte.

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