Adelberg LEITERTIKEL Adelberg: Die Gräben sind zu tief

Adelberg / MICHAEL SCHORN 14.03.2014
Durch Adelberg geht ein Riss. Ein Teil der Adelberger befürwortet Bürgermeisterin Carmen Marquardt, ein anderer Teil lehnt ihre Politik, wie den Verkauf des Campingplatzes und des Montemaris an die Investorengruppe um Wolfram Wäscher, ab.

Dass auch 90 Prozent der Adelberger Gemeinderäte ein zerrüttetes Verhältnis zur teilweise wenig souverän agierenden Bürgermeisterin haben, wurde bei der jüngsten Ratssitzung ganz deutlich sichtbar. Eine sachliche Zusammenarbeit zwischen der Gemeinderatsmehrheit und der Bürgermeisterin scheint nicht mehr möglich. Die Kommunikation zwischen beiden Parteien ist extrem gestört.

Dass sich dieses Verhältnis wieder verbessert und dass Gemeinderat und Bürgermeisterin in Zukunft sachlich zusammen arbeiten, wird allem Anschein nach ein frommer Wunsch bleiben. Dafür haben beide Seiten in der Vergangenheit selbst gesorgt. Die Gräben sind zu tief. Der Gemeinderat fühlt sich von Marquardt übergangen, es gibt ein ganz klares Zerwürfnis.

Doch Adelberg, in jüngster Zeit nicht gerade mit einem Goldesel beglückt gewesen, kann es sich nicht weiter leisten, dass der Ort von den ständigen Querelen zwischen Bürgermeisterin und der Gemeinderatsmehrheit gelähmt wird. Noch vier Jahre zu warten, bis ein neuer Bürgermeister gewählt wird, geht nicht. Dafür sind die Probleme in der knapp 2000 Einwohner zählenden Schurwaldgemeinde einfach zu groß. Dort wurde in der Vergangenheit zwar vieles probiert, doch eigentlich alles scheiterte.

Dabei kann man Gemeinderat und Bürgermeisterin sicherlich nicht vorwerfen, dass sie sich zu wenig engagieren. Doch oftmals richtet sich, so hat es den Anschein, das Engagement der einen Partei auf die Behinderung der anderen.

Bleibt also einzig die Hoffnung, dass sich durch die Kommunalwahl im Mai etwas ändert. Dafür werden derzeit drei unterschiedliche Kandidatenlisten aufgestellt. Auch sollte dann versucht werden, persönliche Animositäten und Enttäuschungen nicht das eigene Handeln bestimmen zu lassen. Ein weiterer Weg könnte sein, dass Kommunal- und Landratsamt massiv bei der Verwaltung der zerstrittenen Kommune aktiv werden.

Oder aber die Adelberger denken einmal ernsthaft über den in anderen Schurwaldgemeinden schon mehrmals scherzhaft geäußerten Vorschlag nach, sich in eine der anderen Kommunen eingemeinden zu lassen. Denn eines steht fest: So kann es nicht weitergehen.